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Vorwürfe

Missbrauchsskandal: US-Justizministerium ermittelt gegen Baptisten

Die Kirchenführer der Southern Baptist Convention hatten Beschwerden über sexuellen Missbrauch lange Zeit unterdrückt.

Nach einem Skandal über sexuellen Missbrauch ermittelt das US-Justizministerium gegen die größte protestantische Kirche des Landes, die Southern Baptist Convention (SBC). Das gab die Baptisten-Kirche am Freitag bekannt und versprach eine "vollständige und transparente" Zusammenarbeit mit den Ermittlern.

"Während wir weiterhin über Fehler der Vergangenheit im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch trauern und diese beklagen, haben derzeitige Anführer in der SBC eine feste Überzeugung unter Beweis gestellt, diese Themen der Vergangenheit anzugehen", erklärte die Kirche. Die Kirchenführer würden außerdem "Maßnahmen einführen, um sicherzustellen, dass sich die Fehler in Zukunft nicht wiederholen".

Die Southern Baptist Convention, der tausende Kirchen und 15 Millionen Mitglieder angehören, hatte im Mai eine 205 Seiten lange Liste mit Namen von Pastoren und anderen Kirchenmitarbeitern veröffentlicht, denen sexueller Missbrauch angelastet wird. Die Liste enthält Hunderte Einträge, darunter auch Vorwürfe des Missbrauchs von gerade einmal fünf Jahre alten Kindern.

Beschwerden unterdrückt

Zuvor war eine unabhängige Untersuchung bekannt geworden, derzufolge SBC-Führungskräfte jahrelang Beschwerden über sexuellen Missbrauch in ihren Reihen unterdrückt haben. Überlebende und Anwälte, die wegen sexuellen Fehlverhaltens Alarm schlugen, seien mit "Widerstand, Ausflüchten und sogar offener Feindseligkeit" auf höchster Leitungsebene der Kirche konfrontiert worden.

Die unabhängige Untersuchung war von der Kirche in Auftrag gegeben worden, nachdem sie 2019 von einem Missbrauchsskandal erschüttert worden war. Zeitungen hatten hunderte von vertuschten Fällen seit Ende der 1990er aufgedeckt. In dem Untersuchungsbericht wird festgestellt, dass einige Kirchenführer kein Interesse an einer Untersuchung oder Veröffentlichung der Fälle hatten.

(APA/AFP)