Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Nordostautobahn

Schlepper wollte Kontrolle entgehen: Drei Tote nach Fahrzeug-Überschlag auf A6

25 Menschen sollen sich im Kastenwagen befunden haben.
25 Menschen sollen sich im Kastenwagen befunden haben.APA/THOMAS LENGER/MONATSREVUE
  • Drucken

Das Fahrzeug durchbrach eine Polizeisperre und fuhr zu schnell in die Autobahnabfahrt. 20 Migranten befanden sich im Fahrzeug, mehrere wurden schwer verletzt, darunter auch Kinder.

Beim Versuch, einer Polizeikontrolle auf der Nordostautobahn (A6) beim Grenzübergang Kittsee (Bezirk Neusiedl am See) zu entkommen, hat sich am Samstag ein Schlepper mit seinem überfüllten Fahrzeug überschlagen. Bei dem Unfall starben laut Polizei drei Menschen - zwei Männer und eine Frau. Sieben Personen wurden laut Landessicherheitszentrale Burgenland mit schweren Verletzungen in Krankenhäuser geflogen. Auch Kinder waren betroffen. Der Schlepper wurde festgenommen.

In dem Kastenwagen befanden sich neben dem Schlepper 20 Migranten, sagte Polizeisprecher Helmut Marban. Angaben zur Herkunft der Migranten konnte die Polizei am Samstagnachmittag noch nicht machen. Der Schlepper wurde festgenommen und noch einvernommen. Es dürfte sich laut Marban um einen russischen Staatsbürger handeln.

Der Lenker des weißen Kastenwagens hatte am frühen Vormittag vor einer Polizeikontrolle am Grenzübergang Kittsee - Jarovce über die A6 flüchten wollen. Das Schlepperfahrzeug bog dann bei der ersten Abfahrt von der Autobahn ab. Aufgrund der überhöhten Geschwindigkeit überschlug sich der Kastenwagen.

Fünf Hubschrauber im Einsatz

Fünf Notarzthubschrauber aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland standen im Einsatz: Neben dem Intensivtransporthubschrauber (ITH) auch Christophorus 2, 3, 9 und 16. Weiters waren 15 Rettungsfahrzeuge an der Unfallstelle. Die Verletzten wurden nach Angaben der Landessicherheitszentrale in Krankenhäuser in vier Bundesländern transportiert: Nach Wien, nach Wiener Neustadt, St. Pölten und Hainburg (Bezirk Bruck a.d. Leitha) in Niederösterreich, in die Spitäler Eisenstadt und Kittsee im Burgenland sowie nach Graz.

Vier Feuerwehren mit 13 Fahrzeugen rückten aus. Der Berge- und Aufräumeinsatz wurde kurz nach 14.00 Uhr beendet, teilte die Landessicherheitszentrale mit. Der Autobahngrenzübergang Kittsee war in Fahrtrichtung Österreich während des Feuerwehreinsatzes gesperrt.

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) sprach sich angesichts des Unfalls erneut für konsequente Maßnahmen gegen Schlepperkriminalität, unter anderem die Auslagerung von Asylverfahren in Drittstaaten aus. "Wie der heutige Vorfall einmal mehr zeigt, zählt das Leben von Menschen für die Schleppermafia nichts - ihr Tod wird einfach in Kauf genommen." "Ein entschlossenes Vorgehen gegen Schlepper und illegale Migration heißt Menschenleben zu schützen", betonte der Minister in einer Aussendung.

APA/TOBIAS STEINMAURER

Auch der burgenländische SPÖ-Sicherheitssprecher Ewald Schnecker hält in einer Aussendung Verfahrenszentren außerhalb Europas für eine Lösung, diese müssten "schnellstens" errichtet werden. Er forderte den Innenminister auf, "einen Krisengipfel gegen diese unmenschliche kriminelle Schlepperkriminalität einzuberufen, um endlich Nägel mit Köpfen zu machen".

(APA)