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Interview

Viktoria Schnaderbeck: „Denkt doch, was ihr wollt“

Viktoria Schnaderbeck: „Lange Zeit habe ich es vermieden, das Wort ,Lesbe‘ in den Mund zu nehmen.“
Viktoria Schnaderbeck: „Lange Zeit habe ich es vermieden, das Wort ,Lesbe‘ in den Mund zu nehmen.“UEFA via Getty Images
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Frei fühlt sich Viktoria Schnaderbeck, seit sie entschieden hat, ihre Fußballkarriere zu beenden. „G'sund ist das nicht mehr“, hat sie sich im vergangenen Jahr oft gedacht. Im Gespräch mit der „Presse am Sonntag“ sagt sie, was sie mit pubertierenden Burschen erlebt hat, und wann es besser ist, auf ärgerliche Meldungen nicht zu reagieren.

Vergangenen Donnerstag haben Sie bekannt gegeben, Ihre Karriere als Profifußballerin zu beenden. Wie fühlt sich die große Freiheit an?

Viktoria Schnaderbeck: Die habe ich schon ein bisschen in den vergangenen Wochen zu spüren begonnen. Ich habe schon mit Saisonende das Gefühl gehabt, dass es nach dem Sommer für mich aus sein wird. Ich habe damals – jetzt kann ich es ja sagen – schon die Flüge für meine Reise mit meiner Freundin Anna nach Bali und Australien im Herbst gebucht. So habe ich mich ein bisschen in die Entscheidung hineingepusht. Die offizielle Bekanntgabe am Donnerstag, das war nur mehr der letzte Schritt. Natürlich, bis zu diesem Tag hätte ich noch einen Rückzieher machen können. Aber jetzt ist es durch, und ich spüre die Erleichterung.

Mit 16 Jahren hatten Sie Ihre erste schwere Knieverletzung. Viele weitere sind gefolgt. Trotzdem haben Sie immer weitergemacht. Die Gedanken: „Was tue ich meinem Körper da eigentlich an?“ Und „Hoffentlich bin ich kein Wrack, wenn es mit dem Fußball vorbei ist“ kamen Ihnen nie?

Ja und nein. Zum Schluss schon, wo die Knorpelverletzung noch dazugekommen ist, habe ich mir gedacht: „G'sund ist das nicht mehr.“ Aber ich kann niemandem eine Schuld zuweisen, wenn ich völlig über meine Grenze gegangen bin. Die Entscheidung weiterzuspielen habe ich stets von mir aus getroffen. Für mich mussten immer zwei Faktoren passen: Mein Herz musste bereit sein, diese Strapazen auf sich zu nehmen. Und mein Körper auch. Ich wollte keine Schmerzen haben. Bis zum Schluss ist das eigentlich recht gut gegangen. Die Europameisterschaft in England war allerdings ein Ausnahmezustand. Ich hätte das so kein zweites Mal gemacht. Aber nachdem das Ende absehbar war, konnte ich es vor mir vertreten.