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Roman

„An den Ufern von Stellata“: Ein Schälchen Milch für die Schlange

Daniela Raimondi würzt ihren großen Familienroman mit einer tüchtigen Prise magischem Realismus.
Daniela Raimondi würzt ihren großen Familienroman mit einer tüchtigen Prise magischem Realismus.Privat
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In dem farbenprächtigen Roman mit dem schlichten Titel „An den Ufern von Stellata“ fächert Daniela Raimondi die italienische Geschichte anhand einer Familie in der Po-Ebene auf.

Die gute Schlange wohnt im Fundament des Hauses und beschützt dieses und seine Bewohner und Bewohnerinnen. Darum ist es gut, ihr abends ein Schälchen Milch hinzustellen, damit sie bleibt. Wenn aber eine gute Schlange, also eine mit einem weißen Bauch, tot aufgefunden wird, bringt das Unglück. Deshalb kümmert sich Viollca täglich darum, die Schlange zu füttern. Viollca passt eigentlich nicht in die Familie Casadio, die in dem Dörfchen Stellata in der Po-Ebene lebt, denn sie gehört zum fahrenden Volk. Die Casadios sind blond und blauäugig, Viollca hingegen ist schwarzhaarig mit dunkler Haut und glühenden Augen. Aber gegen die Liebe ist nicht anzukommen, und so wird eben geheiratet.

Viollca schaut nicht nur fremdländisch aus, sie kleidet sich auch anders als alle, läuft mit bunten Röcken und Fasanenfedern im Haar herum. Und sie hat eine Gabe: Sie sieht die Zukunft. Zwar verbietet ihr die Familie, die Tarotkarten zu legen. Aber daran hält sie sich nicht. Denn sie weiß, sie muss ihre Kinder und Kindeskinder warnen.