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Fahrbericht

Ford Mach-E GT: Gib dem Mustang die elektrischen Sporen

Ford Mustang Mach-E GT
Ford Mustang Mach-E GT(c) Die Presse/Clemens Fabry (Clemens Fabry)
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Ford macht seinen Mustang Mach-E mit 487 PS und einem Drehmoment von 860 Newtonmetern zum vollelektrischen Muscle Car. Doch auch hier schlägt die Teuerung zu.

Wien. Es war ein recht mutiger Schritt von Ford, das erste Elektroauto Mustang Mach-E zu nennen. Mustang ist für manche Fans der Automarke aus Dearborn (US-Bundesstaat Michigan) ein fast heiliger Name. Er geht auf das Jahr 1964 zurück, als die Amerikaner mit dem sportlichen Mustang die Klasse der Pony Cars geschaffen haben. Mach war wiederum der Zusatz in der Muscle-Car-Ära ab 1969, als der Ford Mustang Mach 1 mit einem Sieben-Liter-V8-Motor Maßstäbe setzte.

Und dann also ab 2020 ein Elektroauto unter dem Namen Ford Mustang Mach-E. Manche Kollegen sahen darin ein Sakrileg und berichteten geradezu empört über die Namensgebung. Den Kunden des 21. Jahrhunderts war das freilich ebenso wie die glorreiche Geschichte ziemlich egal. Das Elektro-SUV kam und kommt an, und zwar recht gut.

(c) Die Presse/Clemens Fabry (Clemens Fabry)

In den USA hat die traditionsreiche Automarke im E-Automarkt heuer klar den zweiten Platz errungen (wozu auch maßgeblich der elektrische F150 Lightning beigetragen hat), im kommenden Jahr will Ford die Produktionskapazitäten des Mach-E auf 200.000 Einheiten erweitern (wenn es denn die Liefersituation zulässt).

So gut der Mach-E auch sein mag, an ein elektrisches Muscle Car erinnerte er bisher nicht. Das ändert sich mit dem ebenfalls historisch aufgeladenen Zusatz GT. Der Ford Mustang Mach-E GT stellt ziemlich viel in den Schatten, was sich derzeit lautlos und abgasfrei auf unseren Straßen bewegt.

Nennen wir nur eine Zahl: 860 Newtonmeter Drehmoment. Was das bedeutet, muss man einem Stammleser dieser Seite nicht erklären. Allen anderen sei gesagt: Das Auto drückt recht, recht heftig an. „Holy Shit!“-heftig, wie US-Amerikaner ausrufen würden.

(c) Die Presse/Clemens Fabry (Clemens Fabry)

Im Mustang Mach-E GT sitzt je ein Elektromotor auf der Vorder- und der Hinterachse, der Fahrer kann 487 PS an die Räder verteilen und das 2,3 Tonnen Gefährt in 4,4 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen. Das ist für sie eine ziemliche Herausforderung, und deshalb hat man bei Pirelli auch spezielle Reifen entwickeln lassen, die die Kraft besser auf den Asphalt bringen sollen. Sonst kann es leicht passieren, dass man nach jeder Ausfahrt einen neuen Reifensatz benötigt.

Theoretisch kann man den Mach-E GT auch gemütlich fahren, die Fahrstufe „zahm“ legt es nahe. Darauf folgt „aktiv“, schließlich „temperamentvoll“ und – eigentlich für die Rennstrecke reserviert – „temperamentvoll plus“. Dieses Fahrprogramm schickt die Fahrassistenten in den Hintergrund, erzeugt künstliches Schaltrucken und gibt mehr Leistung an die Hinterräder.

Preis stark gestiegen

Die Reichweite – ja, die ist bei diesem Auto sehr relativ. Mit der knapp 100-kWh-Batterie (88 kWh sind nutzbar) erreicht der Ford laut WLTP 500 Kilometer. In unserem Test benötigte er knapp über 20 kWh auf 100 Kilometer.

Wer bei dem Auto schwach wird, der sollte nicht lang überlegen. Ende 2021 kostete der Ford Mustang Mach-E GT noch ab 74.200 Euro, derzeit beginnt die Preisliste bei 81.900 Euro.

 


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