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Untersuchung

Verunsichert und bereit, den Job zu wechseln

Aussteigen
Aussteigendpa/Armin Weigel
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Gehalt bleibt eines der wichtigsten Themen für die Jungen.

Die große Verunsicherung wird diese Entwicklung genannt: 20 Prozent der Dreißiger-Generation will in den nächsten zwei Jahren den Job wechseln, in der jüngeren „Zwanziger“-Kohorte ist es ein Drittel. Die Tendenz sei sinkend, weil wahrscheinlich eine stärkere ökonomische Verunsicherung spürbar ist. So zerbricht sich ein Drittel den Kopf über das finanzielle Auskommen. Stärker ist nur die Sorge um den Klimawandel. Das zeigt die Befragung der Unternehmensberatung Deloitte.

Die große Chance

Die Jungen sind nicht grundsätzlich pessimistisch, sie erwarten von ihren Arbeitgebern aber eine gewisse Sicherheit und Antworten auf die sie beschäftigenden wichtigen Themen und die Möglichkeit, aktiv mitzugestalten: Faire Entlohnung, Work-Life-Balance, vermehrte (Weiter-)Bildungsangebote, positive Unternehmenskultur und flexible Arbeitszeitmodelle. Wer hier die richtigen Antworten bieten kann, wird die Jungen geradezu magnetisch anziehen und Talente auch langfristig halten können.

Flexibilität ist Trumpf

Befragt nach den entscheidenden Gründen für einen neuen Job, nennt bereits ein Viertel ein flexibles Arbeitsmodell. Gleichauf mit einer hohen Entlohnung und nur knapp hinter dem (etwas allgemeinen) Thema „Work-Life-Balance“. Flexibilität wird geschätzt, weil sie hilft, Geld zu sparen und Zeit für andere Aktivitäten oder für die Familie genau dann ermöglicht, wann es notwendig ist. 

Wunsch und Realität klaffen auseinander

Grob gesprochen arbeitet die Hälfte der Jungen traditionell fix im Büro, ein Drittel hybrid und 20 Prozent im Home-Office. Aber die Wünsche liegen anderswo: 60 Prozent wollen flexibel/hybrid arbeiten. Das entspricht einer Verdoppelung zur Ist-Situation. 20 Prozent votieren fürs Büro und nur 10 Prozent erstreben einen Arbeitsplatz ausschließlich außerhalb dessen.

Sorgen ja, aber im Vergleich weniger

Österreichs 20- und 30-Jährige machen sich an erster Stelle Sorgen um „Klimawandel und Umweltschutz“ (40 Prozent der Befragten), erst dann folgen „Lebenshaltungskosten“, „psychische Gesundheit“ oder „Terrorismus“. Anders die Ergebnisse weltweit: hier liegen Probleme rund um „Lebenshaltungskosten“ an erster Stelle. Fühlen sich also die Jungen ökonomisch besser abgesichert? Im internationalen Vergleich, ja: Österreichs junge Bevölkerung macht sich um 15 Prozent weniger Sorgen, dass sie ihre Ausgaben nicht decken können. 

Klimawandel ist ein Top-Thema

90 Prozent bemühen sich, schädliche Auswirkungen auf die Umwelt zu unterlassen. Aber nur 6 Prozent bzw. 8 Prozent glauben, dass ihre Arbeitgeber konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels ergreifen. In dieser Diskrepanz liegt ein hohes Potenzial, um für diese Alterskohorten attraktiv zu sein.

Und es gibt auch konkrete Vorschläge dafür, wohin eine Organisation mehr Ressourcen investieren sollte, um den Klimawandel zu bekämpfen, wie: Nachhaltigkeitsorientierte Sozialleistungen, Bekenntnis zu Null-Treibhausgasemissionen in der nächsten Dekade, Investment in nachhaltig orientierte Fonds oder Verbot von Einwegprodukten aus Kunststoff im Unternehmen. (mhk)