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Quergeschrieben

Wenn die Politik zu einem reinen Stückwerk verkommt

Ein Vorschlag da, eine Forderung dort: Ist es handwerkliche Unfähigkeit, ist es die Zerrissenheit des Systems, warum nur bei FPÖ und Grünen eine Linie erkennbar ist?

Botschaft, Erzählung, Narrativ – gleichgültig, welchen Begriff man verwendet. Ohne ein kompaktes, überzeugendes Angebot, mit dem sich Wähler identifizieren, in dem sie sich wiederfinden, kommt keine politische Partei aus. Dabei spielen Vernunft und Wahrheit keine Rolle. Leider.

Wie das funktioniert, kann die Welt gerade in Echtzeit in den USA verfolgen. Dort flog jetzt Liz Cheney, Tochter des ehemaligen Vizepräsidenten, bei der Vorwahl hochkantig aus dem Rennen um ihren Sitz im Repräsentantenhaus im November 2022. Sie ist die prominenteste Trump-Kritikerin in den Reihen der Republikaner. Gewonnen mit zwei Drittel der Vorwahlstimmen hat die Verfechterin von Trumps Erzählung, inklusive aller Lügen. Keine Enthüllungen seit Trumps Ausscheiden aus dem Amt, keine Untersuchungen krimineller Machenschaften und der Verantwortung für die Erstürmung des Kapitols am 6. Jänner 2021 haben Trump bis jetzt geschadet. Andere Politiker wären längst im Gefängnis, schrieb unlängst ein Kolumnist. Trump aber habe im Gegensatz zu den Demokraten eine in sich geschlossene Erzählung. Alles Übel schreibt Trump den Eliten in Washington zu. Und er ist ihr Schutzheiliger.

Wenn diese Vereinfachung tatsächlich das Geheimnis des Erfolges jeder politischen Partei ist, wie steht es dann aktuell damit in der österreichischen politischen Landschaft?