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Unwetter

Das brüske Ende der großen Hitze

Teils orkanartige Sturmböen warfen zahlreiche Bäume um.FREIWILLIGE FEUERWEHR GEDERSDORF
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Nachdem am Donnerstag wegen des Unwetters fünf Menschen ums Leben gekommen waren, dauerten die Aufräumarbeiten am Freitag an. ÖBB-Strecken und die Stromversorgung in der Steiermark waren weiterhin betroffen.

Wie sieht die Bilanz aus, wie war die Sturm-Situation?

Eine folgenschwere Unwetterfront mit heftigen Gewittern und Starksturmböen ist am Donnerstag von Westen her über weite Teile Österreichs gezogen. In St. Andrä im Lavanttal (Kärnten) wurden auf einem Freizeitareal am See zwei Mädchen, drei und acht Jahre alt, von umstürzenden Bäumen erschlagen. 16 weitere Personen, darunter sieben Kinder, wurden zum Teil schwer verletzt.

Ein Sachverständiger soll nun klären, ob die Bäume sachgemäß gepflegt wurden. Im niederösterreichischen Gaming (Bezirk Scheibbs) wurden drei Wanderinnen ebenfalls durch einen umstürzenden Baum getötet. Die Opfer waren 52, 57 und 58 Jahre alt. Sie stammten aus den Bezirken Melk in Niederösterreich und Kirchdorf in Oberösterreich. Im Zuge der Gewitter entstanden orkanartige Sturmböen. Im Flachland war der Wind in der Steiermark am stärksten. In Neumarkt (Bezirk Murau) wurden Spitzen bis zu 139 km/h gemessen, berichtet die Zentralanstalt für Meteorologie (Zamg). In St. Andrä in Kärnten wurden 103 km/h registriert. Für das sonst eher windschwache Bundesland ist dieser hohe Wert sehr ungewöhnlich. In den Bergen, konkret in Lackenhof am Ötscher, wurden Böen bis zu 170 km/h gemessen.

Warum hat man das Unwetter lokal nicht vorhergesehen?

Die aktuelle Wetterlage mache es sehr schwierig, genaue Vorhersagen zu treffen, sagte Stefan Kiesenhofer von der Zamg der „Presse“. Man habe die Gewitter schon vorhergesehen, aber nicht in dieser Intensität und nicht dort, wo sie dann so heftig aufgetreten sind. „Am Donnerstag gab es sieben Vorhersagemodelle, die völlig unterschiedliche Ergebnisse zeigten.“ Gewitter seien generell sehr schwierig zu prognostizieren. Man könne hier nur das Potenzial einschätzen und sehen, ob es mit Hagel, Starkregen oder Wind verbunden ist. Aber wie heftig es wird, und wo genau es auftritt, kann schwer vorhergesagt werden, erklärte Kiesenhofer. Das Wetterereignis sei sehr ungewöhnlich gewesen. „Die Gewitter sind heftiger geworden.“ Der Klimawandel spiele hier auf jeden Fall eine Rolle.