Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Medizin

Anosmie: Hörst mi? Ja! Riechst mi? Na!

Was für ein Duft! Bei Kindern sind Geruchsstörungen deutlich seltener als bei Älteren.
Was für ein Duft! Bei Kindern sind Geruchsstörungen deutlich seltener als bei Älteren.Getty Images
  • Drucken

Wer nichts mehr riecht und schmeckt, vermisst vieles. Ein neues Buch zeigt die vielschichtigen Ursachen.

Wenn Christian Müller und sein Team fragen, wie das Essen schmeckt, passiert das nicht im Ambiente eines Restaurants. Der Mediziner leitet die Spezialambulanz für Riech- und Schmeckstörungen an der Med-Uni Wien. Rund 200 Menschen werden hier jedes Jahr behandelt, mehr Frauen als Männer – und mit Covid-19 ist der Andrang insgesamt deutlich größer geworden. „Zu Beginn der Pandemie kam mehr als die Hälfte nach einer Covid-19-Infektion zu uns, aktuell ist es immerhin noch ein Drittel“, berichtet Müller. Doch Riech- und Schmeckstörungen vorschnell Covid-19 zuzuschreiben, greift für ihn viel zu kurz. Mit einem eben erschienenen Buch will er Ärzte, aber auch interessierte Laien dafür sensibilisieren, wie vielfältig die Ursachen sein können.

Denn neben erstens – viralen oder bakteriellen – Infektionen, zu denen neben Covid-19 auch eine Grippe oder ein klassischer Schnupfen zählt, können zweitens sinunasale Riechstörungen, also alles, was sich in den Nasen- und Nasennebenhöhlen abspielt, wie Allergien, chronische Sinusitis, Rhinitis oder Nasenscheidenwandverkrümmungen zu Beeinträchtigungen führen. Häufig kommen sie schleichend, manchmal ganz plötzlich. „Bei Corona sagen die Patienten, es sei wie bei einem Lichtschalter: Sie haben in der Früh noch normal gerochen – und plötzlich ist alles weg“, berichtet Müller. Die dritte Ursache für Riechstörungen sind Unfälle, bei denen man ein Schädel-Hirn-Trauma erleidet. Auch hier können die Symptome Wochen oder Monate später auftreten. Beschwerden viertens als idiopathisch, also unabhängig von anderen Krankheiten einzustufen, müsse jedenfalls wohlüberlegt sein, so Müller.