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Amazon-Server: Hardware-Ausfall statt Hacker-Angriff

Europaeische Websites Amazon attackiert
(c) EPA (Waltraud Grubitzsch)

Der Ausfall der Online-Handelsplattform war einem technischen Defekt geschuldet. Die Server waren stundenlang nicht erreichbar. Amazon dürfte dadurch Umsatzeinbußen im Weihnachtsgeschäft erleiden.

Die europäischen Webseiten des Online-Händlers Amazon waren am Sonntagabend stundenlang nicht erreichbar. Amazon-Kunden, die die Website aufrufen wollten, bekamen nur einen Fehlerhinweis zu sehen. Die US-Server von "amazon.com" waren hingegen verfügbar. Gegen 23 Uhr waren die europäischen Server wieder erreichbar. Der Ausfall der Online-Handelsplattform am Abend des dritten Adventsonntags dürfte Amazon Umsatzausfälle bescheren.

Waren erst Hackerangriffe von Wikileaks-Sympathisanten für den Ausfall verantwortlich gemacht worden, so hat Amazon sich jetzt selbst als Schuldigen bekannt. Es hätte einen Hardwaredefekt gegeben, erklärte eine Firmensprecherin. Sie schloss eine Attacke als Ursache dezidiert aus.

Rache für Wikileaks gegen US-Firmen

Zuvor hatten Sympathisanten der Enthüllungsplattform Wikileaks dazu aufgerufen, die Websites von Amazon lahmzulegen, weil das US-Unternehmen nicht länger Serverkapazitäten für die von Wikileaks veröffentlichten geheimen US-Depeschen bereitstellen wollte. Amazon ist nicht nur der größte Online-Händler, sondern bietet auch kommerziell technische Dienstleistungen im Internet an.

Die Internet-Attacken auf US-Unternehmen wie Mastercard, Visa, PayPal und Amazon, die nicht länger ihre Dienste für Wikileaks bereitstellen, werden von einer Gruppe mit dem Namen "Anonymous" organisiert. Es geht um sogenannte DDOS-Angriffe, bei denen Hunderte oder tausende zusammengeschlossene Computer einen Web-Server mit unsinnigen Daten-Anfragen überhäufen, bis er unter dieser Last in die Knie geht.

Amazon hatte wie die anderen angegriffenen Unternehmen betont, nicht auf einen Befehl der US-Regierung hin gehandelt zu haben. Vielmehr habe Wikileaks gegen die allgemeinen Geschäftsbedingungen verstoßen. Unterstützer von Wikileaks werfen den Konzernen hingegen eine ungerechtfertigte Vorverurteilung vor, da nirgendwo ein Nachweis erbracht worden sei, dass Wikileaks mit der Veröffentlichung der US- Depeschen das Gesetz gebrochen habe.

(Ag.)