Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Kinder haben keine Hemmungen, einen oder zwei Bissen übrig zu lassen. Aber was passiert dann mit den Resten?
Premium
Reste

Was übrig bleibt, isst der Papa

Viele Eltern essen die Reste, die ihre Kinder übrig lassen. Männer sieht man öfter dabei als Frauen. Warum die Gewohnheit ungesund ist – und was sie mit dem Gehalt zu tun hat.

Der schönste Satz seiner Kindheit sei das gewesen, sagte Kabarettist Klaus Eckel in seinem Programm „Weltwundern“ über die kulinarischen Gewohnheiten der Familie: Wenn die Mama beim Grillen das halb verkohlte Stück Fleisch mit folgenden Worten kommentierte: „Schmeiß' halt weg – oder gib's dem Papa.“ Der Papa und die Biotonne würden sich auf Augenhöhe begegnen, meint Eckel, und das sage viel über Ehe aus. Mag sein. Mehr aber sagt es über familiäre Strukturen – und Essgewohnheiten in unserer Gesellschaft. Dass Eltern Reste aufessen, ist nicht ungewöhnlich.

Vor allem Väter nehmen die Rolle des „Hausschweins der Familie“ ein. Letzteres ist eine subjektive Wahrnehmung, Studien gibt es dazu (noch) keine. Vielleicht liegt es an der Sichtbarkeit: „Der Mann isst die Reste beim Tisch, die Frau beim Aufräumen mit schlechtem Gewissen und Frust“, schildert Ernährungsberaterin Sasha Walleczek ihre Erfahrungen mit Klientinnen. Auch das Alter spielt eine Rolle: Vor allem die Generation 45 plus hätte in ihrer Kindheit gelernt, dass sie nichts übrig lassen soll, und hörte Sprüche wie „Wenn du nicht aufisst, gibt es schlechtes Wetter“ oder „In Afrika verhungern Kinder! Die würden sich freuen über das Essen“.