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militärischer Nutzen

Wie das All zum Kriegsschauplatz wird

Technologien, die für kommerzielle oder wissenschaftliche Zwecke entwickelt werden, haben häufig auch einen militärischen Nutzen. Schon zu Zeiten des Kalten Krieges wurde im Weltraum aufgerüstet. Die Großmächte investieren zuletzt wieder mehr in orbitale Arsenale.

Hätte Space X nicht tausende Starlink-Stationen an die Ukraine geliefert, wäre der russische Angriffskrieg möglicherweise anders verlaufen. Ohne eine stabile Kommunikation wäre die Koordination der ukrainischen Verteidigung ein noch viel schwierigeres Unterfangen geworden. Eigentlich hat das Weltraumunternehmen von Tesla-Gründer Elon Musk seine Satelliten-Konstellationen im Orbit platziert, um weltweit auch an entlegenen Orten Internet zu ermöglichen. In der Ukraine wurde Starlink vom kommerziellen Projekt zu einem wichtigen Werkzeug im Krieg. Solang die Ukraine mit der Welt kommunizieren kann, lassen sich Russlands Lügen über den Krieg leichter entlarven. Und solang die Ukrainer sicher untereinander kommunizieren können, lässt sich Widerstand gegen die Invasoren besser koordinieren.

Mit Krieg im All mögen einige eher Raumschiffe und Laser-Geschosse assoziieren, die Realität ist aber eine andere. Längst ist der Krieg im Orbit angekommen, Armeen nutzen satellitenbasierte Dienste zur Beobachtung feindlicher Aktivitäten oder zur Manövrierung unbemannter Fahrzeuge. „Wenn ich einen Navigationssatelliten habe, dann ist der zu 98 Prozent zivil, aber er hat auch militärische Funktionen mit dabei, weil eben auch das Militär Navigation nutzt“, sagt Dieter Grebner, Chef des österreichischen Weltraumunternehmens Peak Technology, zur „Presse am Sonntag“. Es müsse klar sein, dass Technologien im Weltraum sehr häufig auch einen militärischen Nutzen haben.