Pop

Jazzmusiker Rolf Kühn ist gestorben

Rolf Kühn 2019 in Salzburg.
Rolf Kühn 2019 in Salzburg.(c) imago images/Manfred Siebinger (Manfred Siebinger)
  • Drucken

Der deutsche Klarinettist spielte mit Benny Goodman, John Coltrane und Chick Corea. Er gründete mehrere Bands.

„Es ist für mich eisernes Gesetz, täglich zwei, drei Stunden zu üben.“ Das sagte Rolf Kühn nicht etwa zu Beginn seiner Karriere, sondern kurz vor seinem 90. Geburtstag im Interview mit der „Presse“. Am 18. August ist der Klarinettist nun - im Alter von 92 Jahren - in Berlin gestorben. Kühn galt als einer der wenigen deutschen Jazzmusiker von internationalem Ruf. Der gebürtige Kölner spielte mit Benny Goodman, John Coltrane und Chick Corea und gründete mehrere Bands. Kühn leitete das NDR-Fernsehorchester und war Musikalischer Leiter im Berliner Theater des Westens.

Neben seinen Alben komponierte Kühn zahlreiche Film- und Fernsehmusiken. In den nächsten Monaten sollte der Klarinettist noch in mehreren deutschen Städten Konzerte geben, unter anderem mit seinem Bruder, dem Jazz-Pianisten Joachim Kühn.

"Rolf wird immer als der inspirierende, sanfte, innovative und jung gebliebene Künstler und Mensch in Erinnerung bleiben, der er war", teilten Kühns Ehefrau Melanie, sein Bruder sowie die Agentur Jazzhaus Artists und das Label Edel/MPS mit. "Er lebte ein erfülltes Leben, das bis zu seinem letzten Tag der Musik, der Kultur und der Freude gewidmet war."

Am 29.9.1929 wurde Rolf Kühn in Köln geboren. Das Zigarrengeschäft seiner Mutter wurde in der Reichspogromnacht zerstört.

1956 zog Kühn in die USA, wo er im Orchester von Benny Goodman spielte.

1962 kam er nach Deutschland zurück, war u. a. im Theater des Westens musikalischer Leiter und schrieb TV-Musik für „Tatort“ und „Derrick“.

(APA/dpa)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:

Mehr erfahren


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.