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Ukraine im Überblick

EU bildet ukrainische Soldaten aus und schnürt Finanzpaket

EU-Staaten haben sich auf Ausbildungsmission für ukrainische Soldaten geeinigt.
EU-Staaten haben sich auf Ausbildungsmission für ukrainische Soldaten geeinigt.(c) APA/AFP/YASUYOSHI CHIBA (YASUYOSHI CHIBA)
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Derzeit erzielt aber die Ukraine im Osten und Süden Fortschritte. Die EU will nun 15.000 ukrainische Soldaten ausbilden und Kiew weitere fünf Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Die USA schicken mobile Raketenwerfer. Der Separatistenführer zeigte sich zuvor noch zuversichtlich.

Hilfen / Finanzen

  • Die EU-Mitgliedstaaten haben sich einem "Spiegel"-Bericht zufolge auf Arbeitsebene darauf geeinigt, schnellstmöglich bis zu 15.000 ukrainische Soldaten außerhalb des Landes aus- und weiterbilden zu wollen. 3000 der Soldaten sollen eine Spezialausbildung bekommen, etwa eine taktische Gefechtsausbildung, schreibt das Magazin unter Berufung auf Diplomaten.
     
  • Die Europäische Union unterzeichnete zudem nach Angaben aus Kiew am Montag eine Absichtserklärung über neue Finanzhilfen in Höhe von fünf Milliarden Euro für die kriegsgebeutelte Ukraine. Zur Finanzhilfe schrieb Ministerpräsident Denys Schmyhal auf Twitter: "Das ist eine weitere Geste der EU, dass sie gewillt ist, die Ukraine beim Sieg in diesem Krieg, dem Wiederaufbau und dem Streben nach einer europäischen Zukunft zu unterstützen." 
     
  • Die Ukraine schätzt die durch den russischen Einmarsch entstandenen Umweltweltschäden übrigens auf rund 36 Milliarden Euro ein. Naturschutzgebiete mit einer Fläche von Millionen Hektar seien bedroht, so das ukrainische Umweltministerium. Ein Fünftel der Schutzgebiete könnte zerstört werden. Es seien bereits 2000 Schadensfälle dokumentiert worden. Die Rechnung für die Luftverschmutzung betrage bisher rund 25 Milliarden Euro. Weitere elf Milliarden Euro seien notwendig, um die Böden zu säubern.
     
  • Das nächste Paket der amerikanischen Regierung zur Unterstützung der Ukraine wird nach Informationen von US-Vertretern vier mobile Raketenwerfer vom Typ Himars enthalten. Für das 625 Millionen Dollar schwere Paket seien zudem Munition, Sprengkörper und geschützte Fahrzeuge geplant, verlautet weiter aus den Kreisen. Die Unterstützung werde wohl am Dienstag offiziell bekannt gegeben.
     

Militärische Lage

  • Erste Rekruten sind nach der Teilmobilmachung in Russland nach offiziellen Angaben im Donbass eingetroffen. Sie sind in die besetzten ukrainischen Regionen Donezk und Luhansk verlegt worden. "Mobilisierte Soldaten durchlaufen ihre Kampfausbildung in der Donezker Volksrepublik", teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Montag auf seinem Telegram-Kanal mit. Daneben stellte es ein Video, das Soldaten bei Schießübungen zeigt.
     
  • Ukrainische Streitkräfte haben Berichten zufolge Städte am Westufer des Flusses Dnipro im Süden der Ukraine zurückerobert. Das Ausmaß des ukrainischen Vormarsches blieb unbestätigt. Kiew schweigt nahezu vollständig über die Situation in dem Gebiet. Russische Militärblogger beschrieben jedoch einen ukrainischen Vormarsch ukrainischer Panzer über Dutzende von Kilometern entlang des Ufers des Flusses.

  • Rob Lee von der US-Denkfabrik Foreign Policy Research Institute zitierte russische Blogger, die berichteten, dass ihre Truppen sich bis nach Dudtschany etwa 40 Kilometer weiter südlich am Ufer des Dnipro zurückgezogen hätten. "Wenn so viele russische Kanäle Alarm schlagen, heißt das gewöhnlich, dass sie in Schwierigkeiten sind", schrieb Lee auf Twitter. Sollten die ukrainischen Streitkräfte weitere Fortschritte am Ufer des Flusses machen, könnten Tausende russische Soldaten in der Falle sitzen. Der Dnipro ist stellenweise sehr breit, und die Ukraine hat die meisten Brücken zerstört.

  • Aus den Gebieten Saporischschja, Cherson, Donezk und Luhansk berichteten die russischen Besatzer am Montag von zahlreichen Versuchen der Ukraine, Frontlinien zu durchbrechen. Der ukrainische Präsident Selenskij hatte zuvor von neuen Erfolgen bei der Rückeroberung von Ortschaften berichtet.

  • Die Ukraine beanspruchte am Sonntag die vollständige Kontrolle über Russlands östlichen Logistikknotenpunkt Lyman, ihren bedeutendsten Sieg auf dem Schlachtfeld seit Wochen, und schuf damit die Voraussetzungen für weitere Vorstöße, die darauf abzielen, Russlands Nachschublinien für seine angeschlagenen Truppen auf eine einzige Route zu reduzieren. Mehr dazu.

  • Der Separatistenführer Denis Puschilin in Donezk zeigte sich im Staatsfernsehen am Montag zuversichtlich, dass sich die Lage an der Front zugunsten der Besatzer entwickeln werde. Durch die Teilmobilmachung komme neues Personal und auch neue Technik in die Kampfgebiete, sagte er. "Deshalb wird sich das Bild dessen, was an der Front passiert, ändern. In positiver Hinsicht", sagte Puschilin nach zahlreichen Niederlagen der russischen Armee. Erfolge gebe es etwa schon jetzt im Raum Bachmut, meinte Puschilin.

Russland / Annexion / Teilmobilmachung

  • Die Teilmobilisierung Russlands sorgt auch in den eigenen Reihen für Spannungen. Am Montag kam es auf einer Militärbasis bei Moskau zu einer Massenschlägerei zwischen den neu Einberufenen und längerdienenden Zeitsoldaten. Mehr dazu.
     
  • Die russische Regierung hat Sanktionen gegen die deutsche Erdgasspeicher Peissen GmbH erlassen. Einen entsprechenden Erlass habe Regierungschef Michail Mischustin bereits am 30. September unterzeichnet, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax am Montag. Das Unternehmen gehörte bis kurz nach Ausbruch des Kriegs zur Hälfte dem russischen Energieversorger Gazprom, deren Anteile wurden dann aber treuhänderisch von der deutschen Bundesnetzagentur übernommen.
     
  • Der von Russland festgenommene Chef des ukrainischen Atomkraftwerks in Saporischschja ist nach Angaben der Internationalen Atomenergie-Behörde IAEA wieder frei. Er begrüße die Freilassung von Ihor Muraschow, erklärte IAEA-Chef Rafael Grossi am Montag auf Twitter. Er war nach ukrainischen Angaben am Freitag von einer russischen Patrouille festgenommen worden. Mehr dazu.

  • Nach der Annexion der vier ukrainischen Gebiete Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson durch den russischen Präsidenten Wladimir Putin hat nun auch das russische Parlament die als Völkerrechtsbruch kritisierte Einverleibung ratifiziert. Die mehr als 400 Abgeordneten votierten am Montag ohne Gegenstimme für die Aufnahme der Regionen in die Russische Föderation.

  • Russlands Außenminister Sergej Lawrow warf bei seinem Auftritt in der russischen Staatsduma den USA eine gegen Russland gerichtete Politik vor, wie sie einst NS-Diktator Adolf Hitler gegen die Sowjetunion geführt habe. "Die USA haben sich praktisch den ganzen kollektiven Westen unterworfen und ihn mobilisiert, die Ukraine zu einem Instrument des Krieges mit Russland zu machen - so, wie damals Hitler die Mehrheit der Länder Europas unter Waffen stellte für einen Überfall auf die Sowjetunion", sagte Lawrow.

  • Der Militärkommissar der russischen Region Chabarowsk im Fernen Osten wurde seines Amtes enthoben, nachdem die Hälfte des neu mobilisierten Personals nach Hause geschickt worden war, weil es die Einberufungskriterien nicht erfüllte, so der Gouverneur der Region.

(Red./APA/Reuters/dpa)