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Ukraine im Überblick

EU will 15.000 ukrainische Soldaten ausbilden

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Ein Feuerwehrmann löscht die Schäden nach dem Raketenangriff am Gelände des AKW Saporischschja.APA/AFP/Ukrainian State Emergenc
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Taucher untersuchen die Schäden an der eingestürzten Krim-Brücke. Das AKW Saporischschja hat keine Verbindung mehr zum Stromnetz. Der Ort selbst wurde Samstagabend erneut von einer russischen Rakete getroffen. 17 Menschen starben. Die EU einigt sich auf ein Ausbildungsprogramm für ukrainische Soldaten.

Explosion an der Krim-Brücke

  • Durch mehrere Explosionen und einen Brand auf der Brücke von Russland zur besetzten Schwarzmeer-Halbinsel Krim sind nach russischen Behördenangaben drei Menschen ums Leben gekommen, Teile der Brücke sind am Samstagvormittag eingestürzt. Taucher untersuchen die Schäden seit den frühen Morgenstunden.  Mehr dazu lesen Sie hier.

Militärische Lage / Truppenbewegungen

  • Die ukrainischen Truppen sind in der Nähe der strategisch wichtigen Stadt Bachmut im Osten des Landes in harte Kämpfe verwickelt. "Wir halten unsere Stellungen im Donbass, insbesondere in Richtung Bachmut, wo es jetzt sehr, sehr schwierig ist", sagt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij in seiner nächtlichen Videoansprache. Die russischen Streitkräfte haben bereits mehrfach versucht, die Stadt einzunehmen.

  • Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskij bei ihrer jüngsten Offensive 2434 Quadratkilometer Land zurückerobert. Außerdem hätten die ukrainischen Truppen 96 Siedlungen im Osten des Landes befreit, sagt Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache. Eine Analyse der ukrainischen Erfolge.

  • Angesichts der Rückschläge ihrer Invasionsarmee in der Ukraine sieht sich Russlands Militärführung mit wachsender Kritik im eigenen Land konfrontiert. Zwar sei die politische Führung davon bisher ausgenommen, doch stelle das einen Trend öffentlich geäußerten Widerspruchs gegen das russische Establishment dar, "der wohl nur schwer umgekehrt werden kann", hieß es in dem täglichen Geheimdienst-Update des britischen Verteidigungsministeriums zum Ukraine-Krieg am Samstag.

Diplomatische Beziehungen/Strategie

  • Die EU-Staaten wollen künftig rund 15.000 ukrainische Soldatinnen und Soldaten ausbilden. Es gebe eine entsprechende Einigung des Politischen und Sicherheitspolitischen Komitees (PSK), erfuhr die dpa aus EU-Kreisen. Im PSK kommen die Botschafter der EU-Staaten unter dem Vorsitz des Auswärtigen Dienstes der EU zusammen. Die Entscheidung muss noch formell von den EU-Ländern bestätigt werden.

  • Der tschechische Ministerpräsident Petr Fiala hatte nach einem informellen EU-Gipfel am Freitag bereits gesagt, er begrüße eine Einigung über eine Trainingsmission für ukrainische Truppen, ohne jedoch eine konkrete Zahl zu nennen. Unter anderem sollen Deutschland und Polen die ukrainischen Soldaten ausbilden. Auch in anderen EU-Ländern seien Lehrgänge geplant.

  • Deutschlands Regierung hat ein weiteres Paket zur Unterstützung der Ukraine geschnürt. Nach einer entsprechenden Bitte aus Kiew will Berlin möglichst schnell für insgesamt elf Millionen Euro Ausrüstung für den nahenden Winter liefern, meldete der Spiegel. Teil des Pakets sind 100.000 warme Unterziehjacken und weitere Winterbekleidung, 100 beheizbare Mannschaftszelte, Hunderte mobile Stromerzeuger und palettenweise Nahrungspakete, bei der Bundeswehr als Einmannpackung bekannt.

  • US-Präsident Joe Biden sieht die Gefahr einer atomaren Konfrontation mit katastrophalen Folgen nach Drohungen aus dem Kreml so groß wie seit 60 Jahren nicht mehr. Die Welt sei seit der Kuba-Krise im Jahr 1962 nicht vor der Aussicht auf ein „Armageddon“ gestanden, sagte Biden in der Nacht auf Freitag. Mehr dazu. Das Weiße Haus betonte später, dass es derzeit keine Hinweise auf einen bevorstehenden Atomwaffeneinsatz durch Russland gebe.

AKW Saporischschja

  • Bei einem erneuten nächtlichen russischen Raketenangriff auf die Stadt Saporischschja sind mindestens 17 Menschen getötet worden. "Als Ergebnis eines nächtlichen Raketenangriffs auf Saporischschja wurden Wohnhäuser und Straßen in einem Wohngebiet der Stadt beschädigt", schreibt Anatoli Kurtev, Sekretär der Stadtverwaltung, auf Telegram. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist bekannt, dass 17 Menschen gestorben sind."

  • Das russisch-besetzte Atomkraftwerk Saporischschja hat laut der staatlichen ukrainischen Kernkraftfirma Energoatom keine Verbindung mehr zur externen Stromversorgung. Zur Begründung verweist sie auf Beschuss. Die Anlage beziehe jetzt Strom zur Deckung ihres eigenen Bedarfs aus ihre Notfall-Dieselgeneratoren. Diese seien automatisch angesprungen. Das AKW war in den vergangenen Monaten mehrfach unter Beschuss geraten. Kiew und Moskau geben sich dafür gegenseitig die Schuld.

  • Laut der ukrainischen Nuklearaufsichtsbehörde reichen die vorhandenen Dieselvorräte für den Betrieb der Notstromdieselgeneratoren für zehn Tage aus. An der Wiederherstellung der externen Stromversorgung werde bereits gearbeitet. Erhöhte Messwerte bei dem etwa 1300 km von Österreich entfernten AKW gebe es nicht.
  • Nach Darstellung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) gehört das AKW weiter zur Ukraine. Dies sei die Haltung der UNO-Behörde, erklärt deren Chef Rafael Grossi am Donnerstag. Grossi wurde am Donnerstag zu Gesprächen in Kiew erwartet. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am Mittwoch angeordnet, das AKW als Eigentum der Russischen Förderation einzustufen. "Der Bedarf für eine nukleare Sicherheitszone um das Atomkraftwerk Saporischschja ist dringender denn je", schrieb Grossi auf Twitter.

(Red./APA/Reuters/dpa)