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Interview

Ex-Mossad-Direktor: „Israel sollte mit dem Iran reden“

Ex-Mossad-Chef Efraim Halevy.
Ex-Mossad-Chef Efraim Halevy.Jonas Opperskalski / laif / pict
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Der ehemalige Chef des israelischen Auslandsgeheimdiensts, Efraim Halevy, über das Atomabkommen mit dem Iran, die Chancen einer Zweistaatenlösung und Anzeichen der Schwäche in Putins System.

Die Presse: Der Iran und die USA stehen kurz davor, sich auf die Wiederbelebung des Atomabkommens zu einigen. Sind das gute oder schlechte Nachrichten für Israel?

Efraim Halevy: Ich bin nicht mit allen Details vertraut, habe aber den Dialog mit Feinden immer befürwortet, auch mit der Hamas. Israel hat das Recht und die Verpflichtung, Einwände gegen das Abkommen mit dem Iran zu erheben, wenn es damit nicht einverstanden ist. Es ist jedoch die Verantwortung der USA, eine Verschlechterung der globalen Sicherheitslage zu verhindern.

Israels Premier Lapid hat davor gewarnt, dass das Atomabkommen nach Aufhebung der Sanktionen Milliarden Dollar in die Kassen des iranischen Regimes und damit auch Israel-feindlicher Terrorgruppen von Gaza bis zum Libanon spülen würde.

Starke Worte sind nicht die richtige Medizin, um die Position des Iran zu ändern. Theodore Roosevelt hat dazu geraten, sanft zu sprechen und einen großen Knüppel zu tragen. Netanjahu sprach laut und trug keinen Knüppel. Das war sein Problem. Er erreichte nichts. Lapid muss nicht der Methode Netanjahu folgen. Er hat einen ausgeglicheneren Charakter.

Das iranische Regime hat wiederholt gedroht, Israel von der Landkarte zu tilgen. Wie groß ist die existenzielle Bedrohung, die der Iran für Israel darstellt?