Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Lieber ein Tattoo des Alters als den Schäfer auf dem Bein

Mehr Bierkrug als Bodenvase, in diesem Fall.Reuters
  • Drucken

Kunstvoll tätowierte Beine haben das öffentliche Bild in diesem Sommer dominiert.

Das Bein ist der neue Arm, was Tätowierungen betrifft. Es könnte natürlich auch daran liegen, dass in diesem Sommer dank der Mode (und der Hitze) sehr viel mehr nacktes Bein zu sehen war als in den vergangenen Jahren. Stichproben in anderen Städten und Ländern zeigen, dass der Bein-Tattoo-Trend überall seine Spuren hinterlassen hat.

Mich erinnern die verzierten Beine an Bodenvasen, Stichwort Delfter Blau. Nicht immer steckt dann eine Rose in der Vase. Wenn man Entgleisungen wie etwa den Schäferhund ausblendet, den ein Mann am Unterschenkel getragen hat, ist aber auch Kunstvolles zu sehen.

„Und das ist das Tattoo des Alters“, sagt eine Freundin und tippt herzlos auf eine Beinvene, die sich sichtbar verbreitert hat. Wenn man rundherum Wien tätowiert, könnte die Vene als Donau durchgehen, fantasieren wir wenig ernsthaft und legen „Beintätowierungen“ schließlich in die Schublade der „Not-to-do-Liste“. Immerhin haben wir ja noch in der Schule gelernt, dass es wichtiger sei zu wissen, was man nicht will (und kann), als umgekehrt. Das war der Lernstoff in den Pausen.

Auf der „To-buy“-Liste einer anderen Freundin stand hingegen seit Jahren schon ein Thermomix. Das ist jenes Küchengerät, das alles kann, auch explodieren, wenn es zu heiß und falsch befüllt wird, aber das kann ein Druckkochtopf auch. Seit die Linsen einmal an der Decke geklebt sind, kommt in meine Küche nichts mehr, was schneller kocht, als es meine Nerven verkraften.

Sie aber hat nun das Wundergerät und schwärmt von den vielen Möglichkeiten. Es gibt nur einen Haken: Man muss die Mengen- und Zeitangaben tatsächlich befolgen und nicht Daumen mal Pi Zutaten in den Topf werfen, wie es die beste Köchin in unserem Freundeskreis macht. Ihr Kochstil ist wie Regietheater, ein Rezept nur ein Vorschlag und das Ergebnis ihre Kunst. Ob Werktreue oder freie Interpretation, mir ist das herzlich egal, solang mich beide zum Essen einladen.


[SQKHB]