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Interview

Christof Gattringer: "Viele wissen nicht, wie Forschung funktioniert"

FWF-Chef Christof Gattringer: „Fakten erfordern ein gewisses Grundwissen.“
FWF-Chef Christof Gattringer: „Fakten erfordern ein gewisses Grundwissen.“E. Mandl
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Wissenschaft in der Vertrauenskrise? FWF-Präsident Christof Gattringer über die Verlockungen von Verschwörungstheorien, Anwendungsrelevanz im Konjunktiv und Problemfelder wie den hohen Publikationsdruck.

Die Presse: Sie haben beim Forum Alpbach zum Thema „Wem kann man vertrauen? Die Herausforderung, exzellent, relevant und vertrauenswürdig zu sein“ gesprochen. Wollte die Wissenschaft in den vergangenen Jahren zu hoch hinaus und hat dabei die Augenhöhe im Umging mit den Menschen verloren?

Christof Gattringer: Im Zuge der Pandemie haben wir gesehen, dass sich breitere Schichten der Bevölkerung intensiver mit Wissenschaft auseinandergesetzt haben. Es war notwendig, wissenschaftliche Expertise in politische Entscheidungsprozesse mit hineinzunehmen. Dadurch ist Wissenschaft mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Das hat Aspekte ans Tageslicht gebracht, die vorher nicht so klar waren: etwa, dass viele nur ein sehr vages Verständnis davon haben, wie Forschung funktioniert.


Sie meinen, das Problem war vorher schon da und ist jetzt erst richtig sichtbar geworden?

Ja. Ein breites Verständnis von wissenschaftlicher Arbeit war früher vielleicht nicht so notwendig wie jetzt.


Wo sind die großen Diskrepanzen zwischen Realität und der Wahrnehmung der Menschen?