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Leitartikel

Die Mittelschicht fühlt sich in der Krise oft im Stich gelassen

Die Presse/Clemens Fabry
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Man soll den Ärmsten helfen, den Mindestpensionisten. Aber was ist mit jenen, die das Rückgrat des Sozialstaats bilden? Kommt die Mitte unter die Räder?

Eine prosperierende Volkswirtschaft, so heißt es, erkennt man daran, wie es jenen in der Mitte geht: der sogenannten Mittelschicht. Sie hält das Werkl am Laufen, zahlt verhältnismäßig üppig ins System ein und sorgt für Stabilität. Wo die Mitte verloren geht, ist es bald auch um den sozialen Frieden geschehen. Die Vereinigten Staaten sind so ein mahnendes Beispiel. Dort sorgte die Finanz- und Immobilienkrise dafür, dass Millionen von Durchschnittsamerikanern in prekäre Verhältnisse abrutschten. 20 Millionen Menschen hausen mittlerweile in Wohnwagen, in sogenannten Trailer Parks. Die meisten davon lebten vor der Subprime-Krise in schmucken Häusern mit Garten und Pool.

Mittlerweile geht auch hierzulande die Angst vor dem sozialen Abstieg um. Die Politik sorgt mit Milliarden und Abermilliarden dafür, dass „die schlimmste Not“ gelindert wird, wie es so schön heißt. Aber klar sei auch, dass lindern nicht bedeutet, völlig zu kompensieren. In der öffentlichen Debatte geht es vor allem darum, jenen zu helfen, die auch schon vor der Krise schwer über die Runden gekommen sind. Es geht um sozial Schwache und natürlich jene mit Mindestpension. Ihnen müsse geholfen werden – aber ja nicht die Gießkanne auspacken, mahnen Ökonomen.