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Künstliche Intelligenz

Plagiat? Es ist ja nur eine Maschine!

Damit Algorithmen komponieren, schreiben oder zeichnen, muss man sie mit menschlichen Schöpfungen „füttern“. Können sich Kreative dagegen wehren?

Das Foto ging um die Welt: ein freundlich grinsender Affe, der auf den Auslöser einer Kamera drückt und ein Selfie schießt. Ist der Makake Naruto Inhaber der Rechte auf das Bild? Nein, entschied ein US-Gericht 2018 – nur Menschen kommen dafür in Frage. In diesem Fall der Wildtierfotograf, dem der Apparat gehört. Besitzen übersinnliche Wesen, die angeblich ein Buch diktiert haben, ein Copyright darauf? Ebenso wenig, lautete 1997 ein Urteil zum ominösen „Urantia Book“ – die Rechte liegen bei den Menschenkindern, die solche Offenbarungen niederschreiben.

Auf diese skurrilen Fälle berief sich das US Copyright Office im Februar, um die kecke Forderung eines Unternehmers aus Missouri abzuwehren. Er hatte für ein Bild mit dem Titel „Ein jüngster Zugang im Paradies“, das sein Algorithmus „Creativity Machine“ ausgespuckt hatte, die Rechte beantragt – freilich für sich selbst, nicht die Maschine. Eben deshalb hält sein Anwalt die Fälle für nicht vergleichbar und zieht jetzt vor ein Bundesgericht in Washington D.C.