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Susan Burns zu Besuch in Wien, der Heimatstadt ihrer Vorfahren. Da diese ihr nie über ihr Leben erzählten, suchte sie selbst nach den Wurzeln ihrer Familie.
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Holocaust-Überlebende

Und wenn die Zeitzeugen verstummen?

Angehörige von Holocaust-Überlebenden erzählen, wie sich das Schweigen über das Unaussprechbare anfühlt. Und warum es so wichtig ist, die Geschichten ihrer Vorfahren weiterzutragen, auch wenn sie bereits zu Ende geschrieben sind.

Susan Burns aus London ist eine resolute Frau. Wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt habe, erzählt sie, dann gehe sie dem auch nach. Zeit ihres Lebens ist sie auf der Suche nach Antworten auf die vielen Fragen gewesen, zu denen ihre Eltern stets geschwiegen haben. Ihre Suche hat sie auf Polizeistationen in Wien geführt, ließ sie die Habseligkeiten ihrer Tante durchforsten, sich nachts durch Berge von Dokumenten kämpfen. Heute hält sie den ersten Entwurf eines Buchs in der Hand, an dem sie gemeinsam mit ihrem Bruder zwölf Jahre lang geschrieben hat. Das über die Geschichte ihrer Familie.

In Wien ist Burns im Sommer dieses Jahres an einem der Hauptschauplätze dieser Geschichte. Sie ist eines der 19 Mitglieder der London Association of Jewish Refugees (AJR), die auf Einladung des Jewish Welcome Service zu Besuch in der österreichischen Hauptstadt waren. Die Idee dahinter: die verlorene Heimat ihrer Vorfahren kennenlernen und sich auf Spurensuche begeben. „Sie beschäftigt mich schon mein ganzes Leben. Schon als Kind wollte ich wissen, woher wir kommen, wo meine Wurzeln liegen. Warum haben meine Eltern so viele Freunde aus dem Ausland? Warum sind wir überhaupt in England gelandet?“, erinnert sich Burns zurück. Doch im Elternhaus wurde darüber nicht gesprochen. Zu schrecklich war das persönlich Erlebte, zu groß das Trauma.