Leitartikel

Ein Schulherbst – fast wie damals

Zum heurigen Schulstart dürfte es weder Masken- noch Testpflicht geben.
Zum heurigen Schulstart dürfte es weder Masken- noch Testpflicht geben.Die Presse/Clemens Fabry
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Der Variantenmanagementplan ist für die Regierung die Antwort auf alle Corona-Fragen. Doch wer einen Plan macht, sollte ihn auch umsetzen können. Und nicht auf günstige Umstände spekulieren.

Es wird seit Corona der erste „normale“ Schulherbst. Zwar werden erst am Montag die Regeln offiziell präsentiert, aber ein Start ohne Masken und Testpflicht scheint fix. Die einen wird das freuen, die anderen weniger, aber zumindest läuft alles nach Plan. Also nach dem Variantenmanagementplan des Gesundheitsministers. Dieser sieht im günstigen Corona-Szenario Nummer zwei, in dem wir uns befinden, weder Masken noch Tests noch eine „Sicherheitsphase“ zum Start vor.
Die Regierung hält sich insofern an das, was angekündigt wurde.

Allerdings hatte sie auch Glück. In der Vorwoche wurde nämlich bekannt, dass sich das Ausschreibungsverfahren für die PCR-Schultests wegen Einsprüchen verzögert. Sechs Verfahren laufen derzeit dazu vor dem Bundesverwaltungsgericht. Wäre nun die Corona-Lage nur etwas schlechter, wäre die Regierung damit jetzt schon an ihrem eigenen Plan gescheitert. Denn dieser sieht bereits beim Übergang zum Szenario drei verpflichtende PCR-Tests an Schulen vor – die derzeit eben nicht möglich wären. Das Risiko war offenbar eingepreist. Denn im dritten Pandemiejahr musste das Bildungsministerium wissen, dass es zeitlich mit dem Auftrag knapp werden würde. Weder die Fristen der Vergabe noch die Einsprüche dürften überraschen. Letztere gab es ja schon das vorige Mal. Das legt nahe: Man hat sich schlicht darauf verlassen, dass es epidemiologisch ein milder Herbst wird. Dass das Pokerspiel gut ausgegangen ist, ändert nichts daran, dass das so nicht laufen darf. Wer Pläne macht, sollte sie umsetzen können.


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