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Interview

Hebenstreit zur Lohnrunde: "Es wird eine harte Auseinandersetzung"

Valerie Voithofer
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Die starke Zuwanderung in den Arbeitsmarkt habe Kosten verursacht, die nun die Allgemeinheit tragen müsse, kritisiert Vida-Chef Roman Hebenstreit. Lohnabschlüsse unter der Inflation werde es keine geben, Einmalzahlungen akzeptiere man nur „obendrauf“.

Die Regierung schüttet Milliarden als Ausgleich für die Teuerung aus. Ist es richtig, den Menschen zu vermitteln, dass der Staat immer für alles einspringt?

Mir macht etwas anderes Sorgen. Egal mit wem ich spreche, die Menschen, vor allem in Niedrigentlohnerbranchen, spüren die Maßnahmen nicht. Sie verpuffen. Zum Beispiel das Bodenpersonal auf dem Flughafen: Dort sind 40 Prozent der Leute in der Pandemie gegangen. Von denen, die geblieben sind, haben sich viele über die Maßen verschuldet, um den Einkommensentfall wegen Corona zu schultern. Der Betriebsrat hat mir erzählt, es gab Phasen, da hatten sie mehrere Lohnpfändungen am Tag. Diesen Menschen half auch die Kurzarbeit nur bedingt – wenn du 90 Prozent von gar nichts hast, lebst du genauso unter dem Rand. Und: Die Milliarden, die die Regierung ausschüttet, wirken nicht gegen die Inflation. In Deutschland oder in der Schweiz ist das anders.

Der Tankrabatt in Deutschland verpuffte, und wenn er im September ausläuft, werden die Preise steigen. Das ist also nicht gerade ein Erfolgsmodell.