Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Studie

Mehrheit der Jugendlichen vertraut Medien nicht

(c) Die Presse (Clemens Fabry)
  • Drucken

Mehr als ein Drittel der jungen Menschen nimmt an, dass Medien wichtige Informationen absichtlich verschweigen. Wer sich über soziale Medien informiert, neigt zu Verschwörungsgedanken.

Eine Mehrheit der Jugendlichen hat einer Umfrage zufolge kein Vertrauen in die Medien. Wie die am Dienstag in Leverkusen vorgestellte sogenannte Vertrauensstudie der Universität Bielefeld im Auftrag der Bepanthen-Kinderförderung des Pharmakonzerns Bayer ergab, vertrauen 75,8 Prozent der Jugendlichen Zeitungen und 71,6 Prozent Journalisten nicht. Für die Untersuchung wurden mehr als 1500 sechs- bis elfjährige Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre befragt.

Mit 37,9 Prozent vermutet mehr als ein Drittel der jungen Menschen, dass die Medien absichtlich wichtige Informationen zurückhalten. 32,8 Prozent denken, dass Medienschaffende nur ihre eigene Meinung verbreiten.

Auch das Vertrauen in öffentliche Einrichtungen wie Behörden oder politische Organisationen ist der Erhebung zufolge unter Teenagern nur mäßig ausgeprägt. Nur jeder zweite vertraut der Bundesregierung - 53,9 Prozent - oder den Vereinten Nationen - 54 Prozent. Deutlich höheres Vertrauen genießen mit 76,1 Prozent dagegen Wissenschafter und mit 79,9 Prozent die Polizei.

Der Befragung zufolge ist mehr als ein Drittel der Jugendlichen, die wenig in öffentliche Einrichtungen vertrauen, stark anfällig für Verschwörungsgedanken. Ebenso gibt es einen Zusammenhang zwischen Medienkonsum und Verschwörungsneigung. Von den jungen Menschen, die ihre Informationen bevorzugt aus den sozialen Medien beziehen, zeigen demnach 37,6 Prozent eine starke Verschwörungsneigung. Bei denen, die sich überdurchschnittlich viel über öffentlich-rechtliche Medien informieren, sind es nur 5,4 Prozent.

Der Blick in die (eigene) Zukunft

In die Zukunft blickt rund ein Viertel der Jugendlichen pessimistisch und hat eine von starken Ängsten geprägte Sicht auf die Welt. Etwa 74 Prozent sorgen sich wegen des Klimawandels, rund 69 Prozent wegen der Umweltverschmutzung, 66,4 Prozent wegen Kriegs und 64,1 Prozent wegen Armut.

Hierbei unterscheiden Jugendliche deutlich zwischen persönlicher und gesellschaftlicher Zukunft. Nur rund vier Prozent der Teenager sehen pessimistisch in die eigene Zukunft. Fast die Hälfte blickt positiv auf die eigene zukünftige Entwicklung. Kinder blicken der Umfrage zufolge im Vergleich zu Jugendlichen vertrauensvoller in die Welt.

 

 

(APA/AFP)