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Frisurentrend

Jellyfish Hairstyle - die Nachfolge des Vokuhilas?

Cher und Marianne Faithfull lieferten Inspiration für den neuen Haartrend (1976).
Cher und Marianne Faithfull lieferten Inspiration für den neuen Haartrend (1976).(c) imago/Leemage (imago stock&people)
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Ein neuer Firsurentrend erobert TikTok, auch dank einer neuen Fotostrecke mit Nicole Kidman. Dabei wusste deren Hairstylist gar nicht, was er da macht.

Die „New York Times“ nennt ihn die avantgardistische Cousine des Vokuhilas (Vorne kurz, hinten lang), und hat damit nicht unrecht. Der Jellyfish Haircut, zu Deutsch Quallen-Haarschnitt, hat unlängst im Netz zur Kontroverse geführt. Anstoß war zuvor ein Fotoshooting mit Nicole Kidman für das „The Perfect Magazine“, das die Schauspielerin mit rotem Schopf zeigt. Lange Haar-Tentakel fallen an ihrem Oberkörper hinab, während der Rest des Haars auf Kinnlänge gekürzt wurde.

 

Bewusst scheint der punkig anmutende Schnitt nicht gewählt worden zu sein. Evanie Frausto, Hairstylist am Set, gestand in einem Interview, die Bezeichnung des Jellyfish Cuts nicht einmal gekannt zu haben. Die ähnlichen Merkmale sehe er dennoch. Anregung dafür holte er sich vom einem Kollegen, einer Hairstyle Ikone, der ein geometrischer Stil sowie die Wiederbelebung des Bobs in den Sechzigerjahren zugeschrieben werden: Vidal Sassoon. Auch der Fringe Haircut, ehemals von Cher getragen, habe ihn inspiriert (langes Haar, Pony und dazwischen eine Stufe, die etwa auf Lippenhöhe endete). 

Im Netz wurden außerdem Parallelen zum japanischen Hime-Schnitt gezogen. Dieser wurde ursprünglich von adeligen Frauen in der Heian-Zeit in Japan, etwa ab dem neunten Jahrhundert, getragen. Die japanische Popsängerin Megumi Asaoka machte die Firsur in den Siebzigerjahren zu ihrem Markenzeichen, und damit wieder populär. Nun wird der Look primär mit Anime-Figuren in Verbindung gebracht. Im Gegensatz zum Jellyfish-Schnitt ist der Hime Cut nur vorne kurz.

Inspiriert mitunter von Anime findet der Haarschnitt langsam seinen Weg in die Beautytrends.
Inspiriert mitunter von Anime findet der Haarschnitt langsam seinen Weg in die Beautytrends.(c) imago images/Imaginechina-Tuchong (via www.imago-images.de)

Mit TikTok zum Phänomen

Der 360-Grad-Bob mit längerem Haar darunter, optional in unterschiedlichen Längen, hat es auch, oder vor allem, der Generation TikTok angetan. Der Hashtag #jellyfishhaircut (Quallenhaarschnitt) wurde mehr als 10 Millionen Mal aufgerufen. Für viele scheint Anime eine Inspiration zu sein. Es gibt etwa Figuren, die einen stumpfen Bob und einen langen Zopf - teilweise bis zu den Knöcheln - tragen.

 

TikTok und Instagram haben sich schon vielmals als mächtige Motoren von Beautytrends erwiesen. In der Regel sind jene aber eher flüchtig. Exzentrik beschert Aufmerksamkeit, der Haarschnitt begeistert aber auch mit seiner Wandelbarkeit. So kann man ihn optisch zum klassischen Bob, oder zur Langhaarfrisur umfunktionieren. Das tagtägliche Umstylen geht an Kidman jedenfalls vorbei. Bei ihrem Schopf handelte es sich lediglich um eine Perücke.

 

(evdin)