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Bilanz

Volksbank steigert operativen Gewinn

Das erste Halbjahr brachte eine hohe Nachfrage nach Krediten, seit den strengeren Vorgaben gibt es eine kleine Delle.

Wien. Die ersten sechs Monate des Jahres sorgten für ein Plus im Kreditsegment des Volksbanken-Verbunds. Die Nachfrage sei im ersten Halbjahr hoch gewesen, nun lasse diese aber spürbar nach, so Gerald Fleischmann, Generaldirektor der Volksbanken Wien. Als Grund dafür verortet Fleischmann die strenger gewordenen Regularien bei der Vergabe von Wohnkrediten, einige Kunden hätten zuvor noch die Gunst der Stunde genutzt.

Das Kreditvolumen stieg zum 30. Juni 2022 auf 21,8 Milliarden Euro an – Ende Dezember 2021 hatte es noch 21,6 Milliarden Euro betragen. Wenn Kundinnen und Kunden das Beratungsgespräch für einen Kredit suchen, wird ihnen beim Volksbanken-Verbund derzeit zu einer Fixierung des Zinssatzes geraten – wer auf einem variablen besteht, erhält diesen aber trotzdem. Aktuell halte sich die Relation zwischen fixen und variablen Zinsen bei bestehenden Krediten die Waage. Aber Fleischmann geht von einem Paradigmenwechsel aus und ist der Meinung, dass man sich „mit höheren Zinsen wird anfreunden müssen“.

Bei den Sparzinsen erwartet Fleischmann wiederum eine Rückkehr der längerfristigen Sparanlagen. Zuletzt waren mehr als 90 Prozent aller Spareinlagen täglich fällig und damit jederzeit behebbar. Vor dem Jahr 2015 lag der Anteil bei gebundenen Spareinlagen bei rund 60 bis 70 Prozent, nachdem aber die Habenzinsen Richtung null gewandert waren, veränderte sich die Spargewohnheit der Österreicherinnen und Österreicher.

Positives erstes Halbjahr

Die ersten sechs Monate liefen für den Volksbanken-Verbund aber erfreulich: Der Zinsüberschuss stieg um 2,6 Prozent auf 203,6 Millionen Euro, und der Provisionsüberschuss erhöhte sich um 3,8 Prozent auf 132,7 Millionen Euro.

Auch die Risikosituation bleibe trotz des schwierigen Umfeldes positiv, im Halbjahr wurden mehr Risikovorsorgen aufgelöst als neue gebildet. Daraus ergibt sich ein positives Risikoergebnis von 11,8 Millionen Euro.

Die Quote der notleidenden Kredite (NPL) blieb mit 1,9 Prozent gering und sei auch weiter im Sinkflug. Die harte Kernkapitalquote lag zum Ende des Halbjahres bei 13,9 Prozent, nach 14,4 Prozent zum Jahresende.

Die Eigenmittelquote fiel von 19,3 Prozent zum Jahresende auf 18,6 Prozent. Was die noch ausstehenden Zahlungen an die Republik angeht – übrig sind noch 100 Millionen von insgesamt 300 Millionen Euro, die in der Finanzkrise in die damalige Krisenbank Volksbanken AG (ÖVAG) als Partizipationskapital eingeschossen worden waren –, habe die Bank den Aufsehern angezeigt, dass sie die letzte Tranche zurückzahlen wolle. Die Europäische Zentralbank prüfe das derzeit. „Wir erwarten, dass wir in den nächsten Monaten von der EZB dazu Bescheid bekommen, wie sie dazu steht“, so Fleischmann.

Für das zweite Halbjahr erwartet Fleischmann, dass die Themen Nachhaltigkeit, Energiekosten und Erschließung neuer Energiequellen stark in den Vordergrund rücken werden. Die Volksbanken haben bereits jetzt bei ihrer Beratung einen Schwerpunkt auf die Finanzierung von Fotovoltaik-Anlagen gesetzt.

Die Unternehmen scheinbar auch, denn laut einer für die Volksbanken durchgeführten Gallup-Umfrage unter rund 1000 Firmen wollen 39 Prozent ihre Energiekosten in Zukunft senken oder arbeiten bereits daran, dies zu tun.


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