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Filmfestival

Die Filmfestspiele Venedig sind in bester Laune - trotz Krise

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Heuer ohne Abstandsregeln: Die spanische Schauspielerin Rocío Muñoz Morales, die die Eröffnungs- und Abschlussgala der Filmfestspiele moderiert, im venezianischen Blitzlichtgewitter.APA/AFP/MARCO BERTORELLO
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Das edle Kino-Event am Lido übt sich in Zweckoptimismus. Man hofiert US-Stars und Netflix: Der Streamingdienst stellte den Eröffnungsfilm „White Noise“ mit Adam Driver - und mischt auch sonst kräftig mit im Wettbewerb.

Die Mauer ist weg! Wir erinnern uns: Vergangenes Jahr hielt ein langer Sicherheitswall entlang des roten Teppichs am Lido die Stars, die das Filmfest Venedig beehrten, noch auf Abstand zu ihren Verehrern, versperrte diesen die freie Sicht auf die angebetete Prominenz. Schuld war Corona. Nun, anno 2022, hat auch das italienische Kino-Event gelernt, „mit dem Virus zu leben“ – und offeriert seine zahlreichen Glamour-Gäste wieder der Schaulust des Laufpublikums. Am Mittwoch hatten sich einige Übereifrige lang vor Beginn der Eröffnungsgala vor dem Palazzo del Cinema hingepflanzt, bunte Regenschirme säumten den Weg: Das hiesige Spätsommerwetter kapriziert sich auf Unbeständigkeit.

Anders das altgediente Filmfest selbst: Es will solide Kontinuität signalisieren, zeigt sich heuer im Post-Covid-Gewand, füllt die Kinosäle ganz ohne Schachbrettmuster und Maskenpflicht mit internationalen Zuschauern. Und wartet mit schmucken Neuerungen auf dem Festivalgelände auf – etwa mit einer geräumigen Bar im faschistischen Monumentalbau des Palazzo del Casinò. Das 23 Filme starke Wettbewerbsprogramm strotzt wie gewohnt vor großen Namen, von Darren Aronofsky bis Joanna Hogg. Hollywood-Hautevolee wie Cate Blanchett, Timothée Chalamet und Christoph Waltz (außer Konkurrenz zu sehen in Walter Hills Western „Dead for a Dollar“) verheißt Blitzlichtgewitter, Pop-Gott Harry Styles – Darsteller in Olivia Wildes Thriller „Don't Worry Darling“ – dient als Magnet für die Jugend. Sogar Hillary Clinton hat sich für eine Charity-Gala angekündigt.