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Stimmungslage

Zukunftsängste senken die Motivation zu arbeiten

Fast 40 Prozent sind mit den beruflichen Chancen „teilweise bis sehr unzufrieden"
Fast 40 Prozent sind mit den beruflichen Chancen „teilweise bis sehr unzufrieden"Die Presse
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Die Stimmungslage in Österreich ist ernüchternd: Jeder Dritte ist unzufrieden mit dem eigenen Leben. Sorgen rund um finanzielle Mittel, Kriegsfolgen und Klimawandel machen den Jungen schwer zu schaffen. Auch die beruflichen Aussichten sind entscheidend für die psychische Gesundheit.

Die Stimmung in Österreich ist getrübt, vor allem unter den Jungen: Jeder Dritte 14-29-Jährige ist „mit dem eigenen Leben unzufrieden“, zeigt die Trendstudie des Marketagent-Forschungsinstituts. Die (schlechte) Stimmungslage sei darauf zurückzuführen, dass sich vermehrt Sorgen ausbreiten: Ums Geld, die eigene Sicherheit, die Umwelt und auch die beruflichen Chancen. Insgesamt zeige sich, dass die Laune der Jugend sinkt.

So sind auch Arbeitgeber gefordert, die Jugendlichen mit ihren Ängsten und Zweifeln zu unterstützen. Denn, obwohl Österreich zu den reichsten Ländern der Welt zählt, sind fast 40 Prozent mit den beruflichen Chancen „teilweise bis sehr unzufrieden“. Wenn es darum geht, psychisch und physisch - auch für den Arbeitsplatz - fit zu sein, bleiben viele Wünsche offen: Während 15 Prozent unter Angstzuständen leiden, sind nur 60 Prozent der Männer und die Hälfte der Frauen „mit ihrer psychischen Gesundheit zufrieden“. Diese Belastung schlägt sich auch auf den Arbeitskontext wieder.

„Die Sorgen der Jugend über die hohe Inflation, Angst vor Armut gepaart mit Zukunftsängsten wie Klimawandel hinterlassen ihre Spuren“, sagt Doris Palz, CEO von „Great Place to Work Österreich“, es sei also von Arbeitgebern die Bereitschaft zu erwarten, faire Gehälter auszubezahlen, ein gutes Betriebsklima zu schaffen und verantwortungsvolle, ökologische Unternehmensführung anzubieten.

Gutes Einkommen erhält wieder oberste Priorität

Die Priorisierung des Einkommens war vor und während Corona anders, sagt sie, die Studie zeige jedoch, dass sich die Bezahlung unmittelbar auf die Motivation für gute Leistung der jungen Menschen auswirke: 48 Prozent nennen Geld an erster Stelle, danach kommt Spaß mit 32 Prozent. Für das Recruiting erfolgreich zu sein, indem „faire Gehaltsangebote gepaart mit sinnvoller Tätigkeit und vertrauensvolle Unternehmenskultur“ geboten werden.

Einen Job zu finden, „der mir Spaß macht“ bedeute für 45 Prozent den „größten Sinn im Leben“ gefunden zu haben. Deshalb, sagt AMS-Vorstand Johannes Kopf, sind Arbeitgeber gefordert, künftig individualisierte Angebote bei der Mitarbeitergewinnung und Mitarbeiterbindung anzubieten. „Es geht darum, die Motive der jungen Menschen ernst zu nehmen und entsprechend zu reagieren: Ein Teilzeit-Angestellter, der aufgrund der aktuellen Teuerungsrate mehr Geld benötigt, wird das Unternehmen verlassen, wenn der Arbeitgeber die Stundenerhöhung nicht ermöglicht.“ Er verstehe die Sorgen der Jungen „sehr gut“, da die Teuerungen und hohe Inflation „in der Tat besorgniserregend sind.“ 

Teilzeit zu arbeiten wird sich oft nicht mehr ausgehen

Die aktuelle Situation verlange jedoch, „gemeinsam an einem Strang zu ziehen“, sagt Kopf. Es würde sich in Zukunft unter diesen Bedingungen schlicht nicht mehr ausgehen, „in Teilzeit zu arbeiten“. Diese Entwicklung sei beim Arbeitsmarktservice (AMS) zwar noch nicht spürbar, aber er rechne damit, wieder mehr Menschen in Vollzeit-Beschäftigung zu sehen.

Und darauf sei auch zu hoffen, sagt er, denn „mehr Freizeit haben zu wollen und gleichzeitig gut zu verdienen, geht sich nicht aus.“ Umso wichtiger sei es, der Jugend dabei zu helfen, den richtigen Job zu finden, damit die Freude an der Arbeit wieder in den Vordergrund tritt.