Der Kreml investiert Abermillionen Rubel in ideologische Bildung.
Die russische Trikolore im Hof der Schule Nummer 56 im Moskauer Westen, sie flattert noch am Nachmittag im kühlen Herbstwind. Am Morgen hat sie ein Elftklässler hier hochgezogen, begleitet von der russischen Hymne. Es ist Schulanfang in Russland. Die Mädchen haben weiße Schleifen im Haar, die Jungen tragen Anzug samt Fliege, und alle überreichen sie Blumen an ihre Lehrerinnen.
Flaggenhissen und Hymnenhören ist seit 1. September wieder Pflicht an jeder staatlichen Schule im Land, wie zu Sowjetzeiten. Russlands Präsident, Wladimir Putin, hat sich dafür ausgesprochen, jede Schulwoche damit beginnen zu lassen. Den Kindern müsse schließlich die Liebe zum Vaterland vermittelt werden. Das tut das Land nun mittels Geschichtsunterrichts ab der ersten Klasse und Gesprächen über die „Richtigkeit“ der „militärischen Spezialoperation“, wie Russland den Krieg in der Ukraine offiziell nennt.