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Interview

Mehr Aktivist als Filmemacher

Volker Schlöndorff begleitete den Alternativnobelpreisträger Tony Rinaudo auch persönlich mit der Kamera.
Volker Schlöndorff begleitete den Alternativnobelpreisträger Tony Rinaudo auch persönlich mit der Kamera.Zero One Film
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„Der Waldmacher“. Volker Schlöndorff debütiert mit 83 als Dokumentarfilmer – und erzählt von einem Australier, der aus Wurzeln Bäume wachsen lässt.

Er ist zwar kein „Rainmaker“, aber ein „Waldmacher“: Ein Busch in der Wüste war es, der den australischen Agrarwissenschaftler Tony Rinaudo im Niger zu der Erkenntnis führte, dass selbst in verdorrten Gebieten ein „unterirdischer Wald“ zu finden ist – und dass aus dem vorhandenen Wurzelsystem wieder ganze Bäume gezogen werden können. Der deutsche Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff hat den Australier und seine Arbeit nun porträtiert.

Die Presse: Sie debütieren als Dokumentarfilmer – nachdem Sie Ihren Protagonisten im Hinterzimmer einer Pizzeria getroffen haben.

Volker Schlöndorff: Ich habe fast keine Wahl gehabt. Ich habe Tony Rinaudo in Berlin einen Vortrag halten gehört, als er aus Stockholm zurückkam (von der Verleihung des alternativen Nobelpreises 2018, Anm). Ich bin spontan zu ihm hingegangen und hab ein bissl mit ihm geredet und gemeint, das müsse in die Welt hinaus, damit es viele anwenden und es viel Gutes bewirkt. Dabei ist mir irgendwie so rausgerutscht: Am liebsten würde ich einen Film über Sie machen. Er hat gleich eingeschlagen, und dadurch war ich gefangen. Sechs Wochen später war ich bereits mit ihm in Bamako in Mali. Ich hatte kein Konzept, außer jenes: Wenn diese Methode wirklich funktioniert, muss man dafür sorgen, dass sie sich auch durchsetzt.