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Interview

Christian Lindner: "Die Sanktionen werden Putins Herrschaft massiv schwächen"

„Eine andere Regierung war nicht möglich.“ FDP-Chef Lindner zur Stimmung in der Ampelkoalition.
„Eine andere Regierung war nicht möglich.“ FDP-Chef Lindner zur Stimmung in der Ampelkoalition.REUTERS
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Deutschlands Finanzminister Christian Lindner warnt vor galoppierender Inflation und einer weiteren Schwächung des Euro, fordert einen raschen Eingriff in den Strommarkt, um „verrückte Preissteigerungen“ zu stoppen. Und er will Atomkraftwerke bis 2024 laufen lassen.

Sie wollen angesichts enormer Energiekosten in die Strompreisbildung eingreifen. Eine ungewöhnliche Position für einen Liberalen.

Christian Lindner: Der Strommarkt ist hochreguliert. Wir erleben das Gegenteil von freier Preisbildung. In diesem politischen Rahmenwerk ist paradoxerweise geregelt, dass das letzte benötigte Kraftwerk mit seinen Kosten den Strompreis für alle anderen bestimmt. Das hat zur Folge, dass auch Produzenten von Wasser-, Sonnen- und Windenergie, von Kohle- und Atomenergie so bezahlt werden, als hätten sie teures Gas eingekauft. Diese Regel treibt die Preise.

Handelt es sich um Marktversagen wie der tschechische Premier Petr Fiala meinte?

Das jetzige System kann nicht fortgesetzt werden. Wir müssen es ändern. Die Koppelung an den Gaspreis hat zu verrückten Preissteigerungen insgesamt geführt. Das ist ein Rendite-Autopilot mit Milliarden Zufallsgewinnen zu Lasten der Verbraucherinnen und Verbraucher.

Und welches Design des Strommarktes schwebt Ihnen vor? Sollen europaweit alle Gaskraftwerke abgeschaltet werden?