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Philosophen arbeiten nicht mit realen Märkten, sondern mit idealen Märkten, wenn sie der Frage nach gerechten Preisen nachgehen.
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Alte Debatte, hochaktuell

Was ist ein gerechter Preis?

Auf Nahrung zu verzichten ist unmöglich, die steigenden Lebensmittelpreise treffen viele hart. Das gilt aber auch für Energie. Philosophen suchen seit jeher eine Antwort auf die Frage, wann ein Preis gerecht ist. Über eine alte Debatte, die hochaktuell ist.

Kardamom, Bockshornkleeblättersamen und reichlich andere Gewürze stecken in den Gerichten, die im Wiener Deewan (sprich: di:van) im neunten Wiener Stadtbezirk serviert werden. Die Auswahl am Buffet des pakistanischen Restaurants ist nicht riesig, aber sowohl Veganer als auch Karnivoren kommen hier auf ihre Kosten. Und zwar zu beliebigen Kosten, denn beim Wiener Deewan zahlen die Gäste so viel, wie sie selbst für angemessen halten. „Pay as you wish“ heißt das Modell, mit dem die beiden Betreiber des Lokals, Natalie und Afzaal Deewan, seit 2005 meist schwarze Zahlen schreiben.

„Zwischen sechs und sieben Euro zahlen die Gäste im Schnitt“, sagt Natalie Deewan. Doch als die „Presse am Sonntag“ die Restaurant-Betreiberin trifft, liegt der bisherige Tagesdurchschnitt bei 7,3 Euro. Ob die Gäste damit auf die gestiegene Inflation reagieren – Öl ist um ein Vielfaches teurer geworden, aber auch die Preise von Fleisch und Gemüse sind um teilweise mehr als die Hälfte gestiegen –, kann Deewan nicht beantworten. Das müsse sich erst zeigen. Bis zum Ende des Gesprächs mit der „Presse am Sonntag“ ist der durchschnittlich bezahlte Preis jedenfalls wieder auf knapp weniger als sieben Euro gesunken.