Rauchschwaden über Mikolajew. Die ukrainische Offensive im Süden des Landes rund um die besetzte Provinz Cherson durchkreuzt Russlands Pläne.
Analyse

Ukrainische Gegen­offensive torpediert russische Annexion

Der Kreml wollte die besetzten Gebiete im Süden gemeinsam mit den „alten“ Volksrepubliken schnell annektieren. Doch ukrainische Vorstöße in Cherson bringen den Zeitplan durcheinander.

Cherson/Wien. Ein Mädchen inmitten eines Blumenmeers hält eine russische Fahne hoch. „Russland ist hier für immer“ steht über der Fotografie. Diese und ähnliche Plakate hängen seit Wochen an öffentlichen Orten im Gebiet Cherson aus. Sie sind Propaganda und Versprechen zugleich. Kurz nach Beginn des Angriffskriegs haben russische Truppen beinahe den gesamten ukrainischen Verwaltungsbezirk eingenommen. Mit der Stadt Cherson kontrollieren sie auch ihr regionales Zentrum.

Auch 70 Prozent des Oblast Saporischschja stehen unter russischer Kontrolle – allerdings ohne die gleichnamige Gebietshauptstadt. So zügig, wie die Eroberung abgelaufen war, sollte das besetzte Territorium in das russische Staatsgebiet einverleibt werden. So lautete das Idealszenario des Kreml. Doch mittlerweile ist der Plan ins Wanken geraten. Das hat mehrere Gründe. Die aktuelle ukrainische Gegenoffensive ist einer davon.


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