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China

Erdbeben im Lockdown: Versperrte Wohnhäuser machten Flucht unmöglich

In Chengdu stehen derzeit Massentests und Lockdowns auf der Tagesordnung.
In Chengdu stehen derzeit Massentests und Lockdowns auf der Tagesordnung.VIA REUTERS
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Beim Erdbeben in Südwestchina kamen Dutzende Menschen ums Leben. In der dem Epizentrum nicht allzu fernen Metropolen Chengdu gilt gerade ein strenger Lockdown.

Die Zahl der Todesopfer durch das Erdbeben in Südwestchina ist auf 66 gestiegen. Mehr als 200 Menschen wurden verletzt, davon mehr als 50 schwer, wie Staatsmedien am Dienstag berichteten. Mehr als zehn Menschen galten als vermisst. Die Erdstöße am Montag hatten die Stärke 6,8 erreicht. Besonders betroffen war der Kreis Luding sowie die umliegende, vor allem von Tibetern bewohnte Präfektur Ganzi und die benachbarte Stadt Ya'an.

Die Gegend liegt ein bis zwei Autostunden südwestlich der Provinzhauptstadt Chengdu. Eine großangelegte Such- und Rettungsaktion ist angelaufen.

In Chengdu wurde soeben ein Lockdown verlängert, um eine weitere Runde von Massentests abzuschließen. Die Metropole meldete für den Montag 59 neue symptomatische und 31 asymptomatische Fälle, wie Daten der Stadtverwaltung am Dienstag zeigten.

Einige Menschen berichten, dass sie während des Erdbebens aufgefordert worden seien, im Haus zu bleiben. Wer auf die Straße flüchten wollte, sei teils vor verschlossenen Wohnhausausgängen gestanden - wegen der aktuellen Covid-Beschränkungen der Region.

China verfolgt eine sogenannte Null-Covid-19-Politik, das heißt, es werden routinemäßig Lockdowns in Gemeinden verhängt, wenn Fälle des Virus festgestellt werden.

Ausgänge verschlossen

Es wurden auch Fälle gemeldet, in denen Wohnhäuser, in denen mindestens eine Person positiv auf Covid getestet wurde, zu "versiegelten Gebieten" erklärt, in denen es den Bewohnern also verboten wurde, ihre Häuser zu verlassen, unabhängig davon, ob sie das Virus haben oder nicht, berichtet etwa die britische BBC.

Videos, die auf der chinesischen TikTok-ähnlichen Video-Plattform Douyin geteilt wurden, zeigen in Panik geratene Bewohner hinter angeketteten Toren, die darum flehen, hinausgelassen zu werden. In einem Video schimpft ein Mann auf den Sicherheitsdienst, rüttelt an seinem Wohnungstor und versucht, es zu öffnen, indem er schreit: "Beeilt euch, öffnet die Tür, es ist ein Erdbeben!" Daraufhin sagen die Wachleute: "Es ist vorbei, das Erdbeben ist schon vorbei."

Geologisch aktive Zone

In der Provinz Sichuan sind Erdbeben vergleichsweise häufig, vor allem in den Bergen im Westen. Bei dem Beben im August 2017, das die Präfektur Aba erschütterte und eine Stärke von 7,0 erreichte, waren mehr als hundert Menschen ums Leben gekommen und Tausende verletzt worden. Das heftigste Erdbeben in Sichuan seit Beginn der Aufzeichnungen ereignete sich im Mai 2008. Damals wurde eine Stärke von 8,0 registriert. Das Zentrum lag in Wenchuan, fast 70.000 Menschen wurden getötet, es entstanden immense Schäden an Gebäuden und Infrastruktur.

Sichuan liegt am Rand der Überschiebungszone der indischen Kontinentalplatte und der eurasischen Platte. Wegen der Plattenverschiebungen ist die Provinz besonders erdbebengefährdet.

(Red./APA)