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Krieg in der Ukraine

Erdogan macht Europa für Energiekrise verantwortlich

Der türkische Präsident folgt damit der Argumentation des Kremls: "Europa erntet, was es gesät hat."

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Europa die Schuld für die aktuelle Energiekrise gegeben. "Europa erntet, was es gesät hat", sagte das Staatsoberhaupt am Dienstag in Ankara. Die gegen Russland verhängten Sanktionen hätten unweigerlich zu diesem Punkt geführt. "Putin setzt alle seine Mittel und Waffen ein. Erdgas ist das wichtigste davon." Erdogan folgte damit der Argumentation des Kreml.

Im Gegensatz zu Europa werde die Türkei diesen Winter keine Probleme haben, so Erdogan. Die Türkei ist ebenfalls abhängig von russischem Gas und hat sich bisher nicht an westlichen Sanktionen gegen Moskau beteiligt.

Durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und gedrosselte Gaslieferungen aus Russland sind die Energiepreise in die Höhe geschossen. Deutschland bekommt derzeit praktisch kein Gas aus Russland mehr.

Russland gibt erneut Europa die Schuld

Der Kreml gab dem Westen am Dienstag erneut die Schuld an gestoppten Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1. "Wir wissen nicht, wie die Reparaturarbeiten durchgeführt werden sollen, weil die Sanktionen dies verhindern", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag beim Wirtschaftsforum in Wladiwostok der Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Die Verantwortung dafür liege bei den europäischen Staaten und den Staaten, die Sanktionen gegen das Land eingeführt hätten. Der russische Staatskonzern Gazprom hatte am Samstag nach einer planmäßigen Wartung der Turbine die Gaslieferungen durch Nord Stream 1 nach Europa nicht wieder aufgenommen. Gazprom begründet den Lieferstopp mit austretendem Öl aus der Turbine und der daraus entstandenen Brandgefahr. Ursache für das Leck sei ein Konstruktionsfehler an der von Siemens Energy gelieferten Turbine.

Das Unternehmen widersprach der russischen Darstellung. "Solche Leckagen beeinträchtigen im Normalfall den Betrieb einer Turbine nicht und können vor Ort abgedichtet werden", sagte ein Sprecher von Siemens Energy am Montag. Auch früher sei es wegen solcher Öllecks nicht zu einem Stillstand gekommen.

(APA/dpa)