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Erfolg international

Die Tirolerin, der Stars in Hollywood vertrauen

(c) Privat
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Oscar-Preisträger, Models, Sänger setzen auf ihr Make-up: Nun hat Monika Blunder auch eine eigene Kosmetiklinie kreiert – mit Bezug nach Österreich.

Die Tirolerin Monika Blunder hat eben ihre 18-jährige Tochter nach New York gebracht: „Meine Valentina geht jetzt aufs College“, sagt sie stolz und wehmütig zugleich. „Zum Glück sind mein Sohn Gabriel und mein Mann noch hier.“ Besser gesagt: dort. Die 53-Jährige arbeitet nämlich in Los Angeles, wo sie als Make-up-Artist von Hollywood-Größen tätig ist – und jüngst eine eigene Kosmetiklinie auf den Markt gebracht hat.

„Geplant war das nicht“, sagt Blunder, die in Kufstein aufgewachsen und nun bei der Wahl der Österreicher des Jahres 2022 in der Kategorie „Erfolg international“ nominiert ist. „Ich war ein sehr kreatives Kind“, erinnert sie sich. „Die Lehrer kamen damit nicht gut zurecht“, weshalb sie mit 14 von der Schule abging, um eine Lehre als Bürokauffrau zu machen. Einer ihrer Brüder war damals bereits in Deutschland und versuchte sich als Kameraassistent. „Ich besuchte ihn am Set und war fasziniert von dem ganzen Make-up und den Special Effects.“

Zurück in Tirol schrieb sie einen Brief an die Regierung, um finanzielle Hilfe zu erbitten, um in Frankfurt eine Visagistenausbildung zu machen. „Ich war wild entschlossen und bekam tatsächlich eine Antwort und ein Stipendium“, sagt Blunder. Zusätzlich jobbte sie als Kellnerin und in einer Bäckerei. „Ich lernte, zu überleben und dankbar für Zufälle zu sein.“ Etwa den, eine Stelle als Assistentin an einem deutschen Theater zu bekommen, wo sie den Maskenbildner Norbert Cheminel kennenlernte. „Er brachte mir alles bei – von der Schminke bis zum Benehmen – er wurde mein Lifecoach.“

Als die Filmkarriere ihres Bruders Fahrt aufnahm, zog er nach Los Angeles. „Er setzte als einer der Ersten auf Musikvideos – für Shania Twain – und lag damit richtig.“ Abermals folgte Blunder ihm nach („als seine Frau starb, kümmerten wir uns gemeinsam um seinen acht Monate alten Sohn“) und heuerte als Assistentin von Paul Starr an: „Das war mein Big Break – er schminkte Größen wie Michael Jackson.“ Ein weiterer Glücksfall: „Ich traf Rebecca Romijn und wurde ihre persönliche Visagistin als sie als Model durchstartete.“ Gleiches tat Blunder: Bald begleitete sie Amanda Seyfried und Jessica Alba auf Welttournee, schminkte Emilia Clarke, Britney Spears, Gisele Bündchen und Jennifer Lawrence. „Vogue“, „Harper's Bazaar“ und „GQ UK“ druckten ihre Werke in Fotostrecken ab.

Trotz des Glamours hält sie es privat bodenständig und heimatverbunden: „Als Kind habe ich mit meinen Eltern Marmelade selbst gemacht, bin mit dem Rad zum Müllplatz gefahren, um Abfall zu trennen – das will ich weitergeben.“ So greift sie nie zu Plastiksäcken, dafür stets zu nachhaltigen Kosmetika, die sie auf Englisch via YouTube vorstellt („Mein Mann ist Deutsch-Koreaner, unsere Kinder Amerikaner, die mittleriweile besser Deutsch sprechen als ich.“).

Vor zwei Jahren gründete sie ihr Unternehmen „Monika Blunder Beauty“, zu dem eine sechsteilige Lippenstiftlinie gehört. „Jeder ist benannt nach einer Frau, die mich inspiriert“, sagt sie. „Anna Maria“ stehe für ihre Mutter, „Marlene“ für Marlene Dietrich, „Magdalena“ ehrt die Tiroler „Stanglwirtin“. Warum? „Dort habe ich ,Ja‘ gesagt.“

Das Voting für „Österreicher:innen des Jahres“ finden Sie unter: www.diepresse.com/austria22