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Boohoo

Kourtney Kardashian Barker wird Nachhaltigkeit-Ambassador bei Fast-Fashion Brand

Kourtney Karadashian Barker sorgt mit ihrem neuen Projekt für Furore.
Kourtney Karadashian Barker sorgt mit ihrem neuen Projekt für Furore.(c) Rob Kim
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Die älteste Schwester des Kardashian-Clans soll der breiten Masse nun Nachhaltigkeit näher bringen, im Namen von Boohoo, einer britischen Fast-Fashion Marke. Im Netz sorgt das für Aufruhr.

Vor etwa drei Jahren wurde Boohoo, ein britischer Fast-Fashion-Händler, vom Environmental Audit Committee des britischen Parlaments als eine der am wenigsten nachhaltigen Modemarken eingestuft. Ein Jahr darauf sorgte die irrsinnig geringe Bezahlung - 3,50 Pfund pro Stunde - der Arbeitenden in den Leicester Kleiderfabriken für Kritik. Von genau dieser Brand ist Kourtney Kardashian Barker, die älteste Schwester des Kardashian Clans, nun Nachhaltigkeit-Ambassador und bringt als solche eine 45-teilige Kollektion heraus.

In einer Mitteilung hieß es vonseiten der Unternehmerin, sie habe sich für die Zusammenarbeit bereit erklärt, da Boohoo sich offen zeigte, auf ihre Bedenken gegenüber Fast Fashion einzugehen. „Als Boohoo zum ersten Mal an mich herantrat, um an einer Linie mitzuarbeiten, war ich besorgt über die Auswirkungen der Fast-Fashion-Industrie auf unseren Planeten“, sagte sie. „Boohoo reagierte mit Begeisterung auf den Wunsch, nachhaltige Praktiken in unsere Kollektion einzubauen. Ich bin dankbar für die Möglichkeit, meine Plattform zu nutzen, um Gespräche anzuregen, die zu einem kontinuierlichen Wandel führen, und meine Stimme zu nutzen, um den Verbrauchern Tipps zu geben, wie wir unseren Teil dazu beitragen können.“ 

Tatsächliches Umdenken?

Enthalten soll die Kollektion sowohl Vintage-Stücke als auch recycelte Stoffe, preislich soll es leistbar bleiben, Berichten zufolge kosten die Teile zwischen 5 und 75 Pfund (knappe 6 bis 88 Euro). Das Einkaufen von Vintage-Kleidung ist für Boohoo ein Debüt, man arbeitet dabei mit dem Vintage-Großhändler Glass Onion zusammen. Während der New Yorker Modewoche am 13. September wird die Kollektion vorgestellt, anschließend ist sie exklusuiv auf Boohoo.com erhältlich. Im Rahmen der Partnerschaft veröffentlicht Boohoo auch eine Serie, die Kardashian Barker moderieren wird. Gesprochen wird dort mit Nachhaltigkeitsexpertinnen und -expertin, um die Herausforderungen und Chancen in der Modebranche verständlicher zu machen.

 

Große Freude herrscht bei der Boohoo Gruppe selbst. „Gemeinsam haben wir eine fantastische Kollektion entworfen, die sowohl Kourtneys einzigartigen Stil als auch ihre Leidenschaft für die Verbesserung der Nachhaltigkeit in der Modebranche widerspiegelt. Wir wissen, dass unsere Kunden wie Kourtney daran interessiert sind, ihr Wissen zu erweitern, um fundierte Kaufentscheidungen treffen zu können. Daher bin ich besonders stolz auf die Serie, die wir geschaffen haben, und dankbar für alle Experten, die freundlicherweise ihre Zeit geopfert haben, um ihr Wissen mit Kourtney zu teilen“, so Carol Kane, Mitbegründerin und Geschäftsführerin des Unternehmens.

Mäßige Umsetzung

Indessen hat es die Brand es wohl verabsäumt, den Schutz der Arbeitnehmerinnen und - nehmer entlang ihrer Lieferkette zu verbessern. Das zeigt ein gemeinsamer Folgebericht von Labour Behind the Label, ShareAction und dem Business & Human Rights Resource Centre aus dem Jahr 2021. Die Organisationen nannten „die von Boohoo gezahlten niedrigen Preise, die Förderung des Preiswettbewerbs unter den Lieferanten und die Forderung nach kurzen Bestellzeiten“ als „Treiber für illegal niedrige Lohnzahlungen und schlechte Arbeitsbedingungen“, wie der „Guardian“ damals berichtete.

Es scheint, dass sich sogar die Kardashians, die sonst eher für ihr wenig umweltbewusstes Handeln kritisiert werden, versuchen ein Umdenken anzustoßen. Ob es sich dabei um mehr als bloßes Green Washing handelt, bleibt allerdings fraglich. In den sozialen Netzwerken hagelt es jedenfalls Spott und Kritik. „Daran sieht man, dass sie sich einen Dreck scheren. Wenn es ihnen wichtig wäre, würden sie einen wirklichen Nachhaltigkeitsbeauftragten nehmen und nicht einen Reality-TV-Star. Wir sind in der Hölle. Davon bin ich überzeugt“, liest man von einer Elle-Redakteurin auf Twitter. Andere fragen sich lediglich, ob es sich dabei um einen schlechten Scherz handelt.

(evdin)