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Löhne und Inflation

ÖGB fordert 2000 Euro Mindestlohn

ÖGB-Chef Wolfgang Katzian.APA/EVA MANHART
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Die Gewerkschaft will in der kommenden Lohnrunde quer durch alle Branchen einen Einstiegslohn von 2000 Euro brutto erreichen. Während das in der Industrie schon weitgehend durchgesetzt ist, liegen andere Branchen wie Handel und Tourismus noch deutlich darunter.

Die Gewerkschaft geht in der heurigen Herbstlohnrunde mit einer ehrgeizigen Forderung an den Start: Sie will quer durch alle Branchen einen Mindestlohn von 2000 Euro durchsetzen. „Wir haben uns vorgenommen, uns bei den Kollektivvertragsrunden die jetzt starten in Richtung eines Mindestlohns von 2000 Euro zu bewegen“, sagte Wolfgang Katzian, Chef des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) am Mittwoch. Diese Forderung beziehe sich auf alle Bereiche, „und ich glaube, das ist auch gerechtfertigt“, sagte Katzian.

Die Zielsetzung dieser Kollektivvertragsrunden im Herbst und im Frühjahr nächstes Jahr sei, „dass wir die Kaufkraft der Arbeitnehmer absichern und weiterentwickeln.“ Und das habe nicht nur damit zu tun, dass die Inflationsrate abgegolten werde. Es gehe auch darum, die Inlandsnachfrage und den privaten Konsum zu sichern.

Laut Angaben der Gewerkschaft verdiene ein Fünftel der Beschäftigten, also etwa 800.000 Arbeitnehmer,  unter 2000 Euro brutto im Monat. Zwei Drittel davon seien Frauen. Rund 180.000 Arbeitnehmer seien in Arbeitsverhältnissen beschäftigt, wo der Kollektivvertrag einen Mindestlohn unter 1700 Euro vorsieht. „Aber mit den Abschlüssen im Herbst und Frühling werden wir hier entsprechend weiter kommen.“ 95 Prozent der Beschäftigten haben laut ÖGB bereits einen Einstiegslohn von zumindest 1700 Euro brutto in den Kollektivverträgen verankert.

Metallindustrie hat 2050 Euro brutto Mindestlohn

Im Handel beispielsweise einigten sich Gewerkschaft und Arbeitgeber voriges Jahr in der Lohnrunde auf einen Mindestlohn von 1800 Euro brutto. In der Industrie, wo die Löhne generell höher sind, gilt weitgehend bereits ein Mindestlohn von 2000 Euro oder darüber. In der Metallindustrie etwa liegt der Einstiegslohn bei 2050 Euro brutto.

Vor der Herbstlohnrunde, die am 19. September startet, schwören sich die Gewerkschafter auf ein gemeinsames Vorgehen ein. Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) trommelte dazu am Mittwoch 300 Betriebsräte aller Branchen und Gewerkschaften aus ganz Österreich zu einer Konferenz in Wien zusammen, um die Schwerpunkte für die Verhandlungen festzulegen. Es war sozusagen der inoffizielle Auftakt zu einer Lohnrunde, die spannend werden dürfte wie lange nicht.

Lohnrunde startet am 19. September

Offiziell startet die Metaller-Lohnrunde am 19. September mit der Übergabe der Lohnforderung an die Arbeitgeber. Die Gewerkschaft hat aber bereits ausgeschlossen, einer Lohnerhöhung unter der zurückliegenden Inflationsrate von 6,3 Prozent zuzustimmen. Die Metalltechnische Industrie, der größte der sechs Metaller-Fachverbände, sprach deshalb am Dienstag von einer Lohnrunde „unter sehr schwierigen Vorzeichen.“ Die Kostensteigerungen seien nicht nur bei Energie sondern auch bei Rohstoffen extrem und man könne sie nur teilweise an die Kunden weiter geben. Eine Lohnerhöhung in der Höhe von 6,3 Prozent würde die Unternehmen der Metalltechnischen Industrie mehr als eine halbe Milliarde Euro Kosten, sagte Arbeitgeber-Sprecher Christian Knill.