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Pizzicato

Kompottkomplott

Wer durch die Wiesen und Haine Europas flaniert, erkennt sofort: Es ist die Zeit der Apfelernte. Rund zwölf Millionen Tonnen Äpfel und zwei Millionen Tonnen Birnen harren darauf, gepflückt zu werden, doch die Obstbauern stehen vor dem Problem: wohin damit?

Üblicherweise wird ein Gutteil der Ernte nämlich bei höchstens einem Grad eingekühlt, damit Sie und wir auch im kommenden Juni noch mehr oder weniger saftig zubeißen können, falls wir auf die nicht unzweifelhafte Idee kommen, im Frühsommer Äpfel oder Birnen verspeisen zu wollen.

Doch die enormen Energiepreisanstiege machen diese Form der Obstverwertung zusehends unrentabel. „Ich habe auch Kiwis, Feigenbäume und Weinstöcke gepflanzt, und ich mache Versuche mit Mandarinen und Granatäpfeln“, sagte dieser Tage ein wallonischer Apfelbauer in der belgischen Tageszeitung „Le Soir“. Mandarinen aus Belgien! Die Welt steht nimmer lang.

Wie lang noch will die Europäische Kommission zuwarten, ihren beharrlich geleugneten, aber fixfertigen Europäischen Kompottaktionsplan 2050 zu aktivieren? Der sieht bekanntlich vor, dass bis zum Jahr 2050 EU-weit 30 Prozent aller Äpfel und Birnen eingekocht werden müssen. Strittig ist unter den Fachbeamten der Mitgliedstaaten nur mehr eine Frage: mit Zimt oder mit Sternanis? Wir bleiben dran. (go)

Reaktionen an: oliver.grimm@diepresse.com