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Start-ups

Frauen empowern und als Role Models etablieren

Johannes Braith.(c) Storebox
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Storebox-CEO Johannes Braith bietet komplett digitalisierte Selfstorage-Lösungen und arbeitet gegen das Narrativ, man finde keine Frauen für Tech-Berufe.

Am Anfang des jungen Unternehmens stand die 84-Jährige Nachbarin von Johannes Braith. „Als ich herausgefunden habe, dass sie ihr unbenutztes Kellerabteil an einen Handwerker vermietet, der dort seine Geräte und Materialien lagert“, kam ihm die Idee, Lagerräume in den Stadtzentren anzubieten. Er überlegte, „wie toll es wäre, Menschen, die Lagerräume anbieten und suchen, rasch und unkompliziert miteinander in Verbindung zu bringen“. Die dafür einschlägige Ausbildung brachte er jedenfalls mit: Mit 17 Jahren hatte Braith das Gymnasium gegen drei Lehrberufe – Speditionskaufmann, Speditionslogistiker, Lagerlogistiker – eingetauscht. Später legte er die Studienberechtigungsprüfung ab und studierte Logistik und Transportmanagement. Zurzeit ist er Doktorand an der TU Wien.

2015 gründete er gemeinsam mit Ferdinand Dietrich und Christoph Sandraschitz das als Franchise-System organisierte Unternehmen Storebox. Angeboten werden nicht nur komplett digitalisierte Selfstorage-Lösungen für Privat- und Gewerbekunden, sondern auch eine umfassende Lager-Infrastruktur für die Last Mile im urbanen Raum mit aktuell rund 160 Filialen in Österreich, Deutschland, Luxemburg und der Schweiz. Rund 60 Mitarbeitende aus elf Nationen sind aktuell beschäftigt – bis Jahresende sollen es 100 sein. Und Braith ist überzeugt, die auch zu finden.

Bei der Gründung glaubte er noch dem gängigen Narrativ: „Es gibt keine Frauen, die im Tech-Bereich arbeiten wollen.“ Die ersten sieben Storebox-Mitarbeiter waren also männlich. Doch angesichts des angestrebten Wachstums wollte er ein divers aufgestelltes Team, „nicht nur, weil ich ein Menschenfreund bin, sondern auch aus ökonomischen Gründen – ich bin ja auch Unternehmer“, sagt der 32-Jährige. Also veränderte man bei Storebox das Recruiting. Um speziell Frauen anzusprechen, formulierte man die Anforderungen realistisch und genderneutral, vermittelte die eigenen Werte und den Purpose. Und man fand die erste Mitarbeiterin. Mittlerweile liegt der Frauenanteil bei Storebox bei knapp 50 Prozent, noch höher ist der Anteil in Führungspositionen. Entscheidend, sagt der Storebox-CEO, sei es, „Frauen zu empowern und als Role Models zu etablieren“.

Führungs- und Spezialistenkarrieren

Gesucht sind Tech-, Logistik-, und Immobilienfachleute, die großteils über Active Sourcing angesprochen werden. „Es geht ihnen weniger um das Gehalt als um das Gesamtpaket.“ Das bedeutet, dass für sie die Aufgabe „in einer performanceorientierten Organisation“ spannend ist, dass Führung auch in Teilzeit möglich ist und dass man sich nicht für Job und gegen Familie oder umgekehrt entscheiden muss. Deshalb führte man bei Storebox Führungs- und Spezialistenkarrieren ein. Home-Office und flexible Arbeitszeit werden ohnehin vorausgesetzt. Ebenso die vergünstigte Fitnesscenter-Mitgliedschaft, das gemeinsame wöchentliche Biofrühstück und die jährliche gemeinsame Reise. All das koste zwar, „aber es bringt auch mehr Output“.

Das Voting für „Österreicher:innen des Jahres“ finden Sie unter: www.diepresse.com/austria22