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OSZE: Plassnik will Generalsekretärin werden

Ursula Plassnik
Ursula Plassnik(c) AP (Bernhard J. Holzner)
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Die frühere ÖVP-Außenministerin bringt sich hinter den Kulissen als Kandidatin für die Nachfolge von OSZE-Generalsekretär Perrin in Stellung. Der Chefposten muss bis Juni 2011 bestellt werden.

Wien. Offiziell hat sich noch niemand um die Nachfolge von OSZE-Generalsekretär Marc Perrin de Brichambaut beworben, dessen Mandat im Juni 2011 endet. Doch hinter den Kulissen bringen sich bereits Kandidaten in Stellung - darunter, wie die „Presse" aus Kreisen der in Wien beheimateten Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) erfuhr, die österreichische Ex-Außenministerin und ÖVP-Abgeordnete Ursula Plassnik.

„Ein früherer Politiker wäre eine gute Wahl", sagt ein OSZE-Diplomat, der lieber anonym bleiben möchte. Mit einer bekannten Persönlichkeit im höchsten OSZE-Verwaltungsamt könnte die in die Jahre gekommene Organisation international aufgewertet werden, so die Hoffnung.

Plassnik, die im vergangen Jahr für kurze Zeit als EU-Außenministerin im Gespräch war, würde ein Chefposten in der OSZE zurück an den Beginn ihrer Karriere führen. In den Achtziger Jahren war sie als junge Diplomatin Mitglied der österreichischen Delegationen bei KSZE-Folgetreffen.

Weiters sind im Gespräch: Der deutsche OSZE-Botschafter Herbert Salber, dessen Mandat als Leiter des in Wien angesiedelten Konfliktpräventionszentrums im nächsten Jahr endet. Salber wird als erfahrener Diplomat geschätzt, dürfte aber für den Prestigeposten als nicht hochrangig genug gelten. Dem Vernehmen nach will die türkische Delegation einen eigenen Kandidaten präsentieren. Auch der Italiener Lamberto Zannier, der derzeit die Mission der Vereinten Nationen im Kosovo (UNMIK) leitet, ist im Gespräch. Ungarn und Finnland überlegen Außenseiter-Nominierungen.

Konsenskandidat wird siegen

Letztendlich wird bei den zähen, diplomatischen Verhandlungen ein Konsenskandidat überzeugen. Denn die Wahl des Amtsträgers müssen die 56 OSZE-Staaten einstimmig treffen. „Anfang nächsten Jahres werden den Staaten Einladungen für Nominierungen zugeschickt. Die retournierten Vorschläge werden dann diskutiert", erklärt OSZE-Sprecher Frane Maroevic. Bis Juni 2011 muss der Kandidat gewählt werden.

Zum Gerücht, wonach eine Kandidatur aus dem Sitzland Österreich chancenlos wäre, sagt Maroevic: „Jeder Staat hat das Recht einen Kandidaten zu nominieren." Offener ist da der OSZE-Diplomat, der, angesprochen auf dieses mögliche Manko Plassniks, entgegnet: „Vielleicht würde man das als Argument nutzen, um diese Person aus dem Rennen zu werfen."