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Puls4-Gruppe

Puls4: „Wir sehen den ORF nicht als Konkurrenz“

Pro7Sat1Pul4-Chef Markus Breitenecker (links) mit den Moderatorinnen Bianca Ambros und Jenny Laimer, seinem Geschäftsführer-Kollegen Michael Stix und ATV-Geschäftsführer Thomas Gruber.Pro7Sat1Puls4/Chris Glanzl
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Der Privat-TV-Anbieter setzt auf ein neues Infotainment-Format, eine alpine „Promi“-Reality-Show, gratis Streaming – und auf Kooperationen mit dem ORF.

Die Diskussion über das ORF-Gesetz, die Beschränkung (oder gar Einstellung) von ORF.at oder die Frage, wer künftig wie viel Medienförderung bekommen soll, lässt die Pro7Sat1Puls4-Gruppe offenbar kalt. Bei der Programmpräsentation am Donnerstag setzte sich Senderchef Martin Breitenecker, dessen verbale Hahnenkämpfe mit dem früheren ORF-Chef Alexander Wrabetz geradezu legendär sind, demonstrativ ins Publikum und überließ das Podium u. a. dem Geschäftsführerkollegen Michael Stix.

Seit im ORF Roland Weißmann das Sagen hat, sind bisher undenkbare Kooperationen möglich. Beim „4Gamechanger“-Festival sei eine solche auch für 2023 wieder geplant, so Stix. In Sachen Streaming-Plattform(en) wäre eine Zusammenarbeit seitens der Privatsendergruppe durchaus gewünscht. „Wir sehen den ORF schon lang nicht mehr als Konkurrenten“, sagte Stix. Das dürfte allerdings nicht vice versa gelten.
Zwischen der Eigenwerbung für Bekanntes (die 19. Staffel von „Bauer sucht Frau“) und Neues (das Reportage-Magazin „Exakt“) strahlte da viel Selbstbewusstsein durch. Auf dem Medienmarkt gebe es „keine so gute Stimmung“, sagte Breitenecker (bevor er sich setzte), „wir wollen da nicht mitmachen“. Vielmehr soll der Public-Value-Bereich gestärkt und mehr Geld in lokalen Content investiert werden.

„Antizyklisch investieren"

„Ich bin froh, dass wir antizyklisch investieren dürfen“, sagte Stix: Der Anteil der Eigenproduktionen in der Prime Time werde von 28 auf 43 Prozent steigen. Es gehe um Unterscheidbarkeit. Große Streamer wie Netflix und Co. würden zwar Zeit von Kunden beanspruchen. „Aber wir sind die Einzigen auf dem Markt mit einem werbefinanzierten Streamingmodell.“ Für die Zuschauer ist die Plattform Zappn gratis. Das sei ein Wettbewerbsvorteil: „Ich glaube nicht, dass sich die Haushalte in Zeiten der Kostenexplosion viele Streaming-Abos leisten werden“, so Stix optimistisch. Zwei Millionen Mal sei die App bisher heruntergeladen worden. Die Zuschauer bleiben laut Stix durchschnittlich eine Stunde und 16 Minuten online. Im Gegensatz zu z. B. YouTube werde das Angebot zu 60 Prozent auf großen TV-Bildschirmen konsumiert, nicht auf dem Mobiltelefon.

Milborn und die Rampensäue

Inhaltlich ist es ein Spagat zwischen News/Dokus und trashiger Unterhaltung. Ab 14. 9. interviewt Infochefin Corinna Milborn die Präsidentschaftskandidaten auf Puls24. Das Wahlduell steigt auf Puls4 (5. 10.). Donnerstags sind auf dem Sender eigene Dokus und Infotainment („Exakt“) programmiert. ATV2 nimmt mit einem Kurzfilm-Storytelling-Contest Cineasten ins Visier. Und ATV steckt ab 6. 10. „Promi“-Paare in eine Almhütte: In „Forsthaus Rampensau“ spielen sie gegeneinander. Wer eine Prüfung verliert, fliegt raus. Im Trailer prosten zwei Teilnehmerinnen: „Auf Botox und Bubis!“ Damit hat nun auch Österreich sein „Promi“-Reality-Format.