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Petra Pfann am Tisch der Großeltern.
Wohngeschichte

Die kommunizierenden Möbel

Vintage-Spiegel aus Barcelona, Holztisch aus Großelternhand: Ernährungsberaterin Petra Pfann und Familie leben in Wien-Mauer mit besonderen Stücken zusammen.

„Ich hatte sofort Herzklopfen, als ich mich zum ersten Mal durch die Fotos der Wohnung geklickt habe“, erinnert sich Petra Pfann. „Und bei der Besichtigung vor Ort in Liesing war in wenigen Minuten klar, welches Zimmer wir als Schlaf-, Wohn-, Ess- oder Kinderzimmer verwenden möchten.“ Die südseitig ausgerichtete Wohnung im Dachgeschoß misst 126 Quadratmeter, das Haus, umringt von großen Gärten und Weinbergen, stammt aus den 1980er-Jahren. Wohnen ist für die reisefreudige Familie wichtig – zum Ankommen. „Mein Zuhause ist für mich ein Nest zum Wohlfühlen, eine Oase, um neue Energie zu tanken.“

Geliebtes Holz

Herzstück ist das große Wohnzimmer, das durch Schiebetüren mit drei weiteren Räumen verbunden ist. Abgesehen vom Vorraum kommt keines der Zimmer ohne Dachschrägen aus. „Deshalb mussten wir uns von einigen lieb gewonnenen Möbelstücken trennen.“ Ein dreiteiliger Holzkasten des Tischlerduos Werk für eine frühere Wohnung hat sich dagegen als praktisch erwiesen. „Für alle drei Teile nebeneinander haben wir keinen Platz gefunden, so stehen nun zwei im Esszimmer, einer im Wohnzimmer. Ich finde es schön, wenn Möbel von Zimmer zu Zimmer kommunizieren.“

Stillleben aus Reiseandenken und Vintage-Möbeln im Arbeitszimmer.
Stillleben aus Reiseandenken und Vintage-Möbeln im Arbeitszimmer.[ Doris Barbier ]


Die Wohnung wurde vom Vorbesitzer mit hochwertigen Holz- und Steingutböden ausgestattet. Auch die dezente Küche im Landhausstil wurde gern übernommen. „Nur den Mikrowellenherd habe ich auf Willhaben gestellt.“ Zum Holzboden haben sich schnell Holzmöbel und eine partielle Vertäfelung gesellt. „Holz hat eine beruhigende Wirkung auf mich. Und ich finde es erstaunlich, wie lang sich der wohltuende Geruch von Zirbenholz hält.“ Die Erbstücke der Großeltern – Holztische, Bänke, Kredenzen – sowie Fundstücke vom Flohmarkt wurden um weitere Tischlerware sowie skandinavische Designermöbel ergänzt. „Die haben für mich auch so etwas Zeitloses.“

Natur und Vintage

Die vorherrschenden Farben sind Beige, Hellgrau und Pastellgelb. Teppiche oder Sitzpölster sind aus Schafwolle, Decken aus Bio-Baumwolle, alles möglichst schadstofffrei und langlebig. „Ich ärgere mich schnell über mindere Qualität“, meint Pfann. Abwechslung schaffen Bilder, Blumentöpfe, Körbe und Vasen. Erinnerungsstücke von unzähligen Reisen.

Auf einem Flohmarkt in Barcelona hat sie etwa spontan einen Spiegel aus den 1970er-Jahren um zwei Euro gekauft. Eine alte Holzkredenz wurde schon drei Mal mit übersiedelt, immer mit demselben Möbelpacker. „Diesmal meinte er charmant: ,Die hätte man ja schon beim letzten Mal renovieren müssen.‘ Wir haben sie noch immer nicht renovieren lassen und schätzen ihre Patina. Ich mag es, wenn Möbel Geschichten erzählen.“

[ Doris Barbier ]


Da sie einen Raum auch beruflich nützen kann, sind die Grenzen zwischen Wohn- und Arbeitsraum hier etwas fließend. Das funktioniert prinzipiell recht gut, da auch die Tochter zeit ihres Lebens daran gewöhnt ist, dass ihre Mama genauso zu Hause wie in Hotels arbeitet. Als einzigen Nachteil würde Pfann dabei die zahlreichen Schiebetüren bezeichnen. „Diese Türen fügen sich zwar optisch und praktisch extrem gut in die Räume ein, sie sind halt nur in akustischer Hinsicht nicht ganz optimal.“

Der beste Platz ist für Pfann im Sommer natürlich die Terrasse. „Der Ausblick ins Grüne, das ist schon etwas Besonderes.“ Einziger Nachteil der Wohnung: Das Haus hat sehr hellhörige Wände. „Hätte ich einen Zauberstab zur Hand, würde ich das gern ändern.“

Zum Ort, zur Person

Landwirtschaft, Industrie, Dorfromantik – der 23. Wiener Bezirk, Liesing, weist einige Gegensätze auf. Eigentumswohnungen im Bestand kosten durchschnittlich 5118 Euro/m2. Petra Pfann
ist als TCM-Ernährungsberaterin tätig.

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