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Queen Elizabeth II. in Tuvalu.
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Diskurs

Die Queen eines „räuberischen Empires“?

Von zwiespältigem Gedenken bis zu hasserfüllten Tweets: Für viele Menschen, gerade im Commonwealth, ist Elizabeth II. auch Symbol für eine einstige Kolonialmacht, die Ihr Unrecht nicht ausreichend anerkennt.

Wenige Reaktionen auf den Tod der Queen haben auf Twitter so viele Wellen geschlagen wie eine, die wegen Verstoßes gegen die Twitter-Regeln alsbald wieder gelöscht wurde. Uju Anya, Linguistikprofessorin an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh, hatte am 8. September gepostet: „Ich habe gehört, die Chef-Monarchin eines dieberischen räuberischen genozidalen Empires stirbt endlich. Möge ihr Leiden qualvoll sein.“

Uju Anya stammt aus Nigeria. Ihre Mutter floh Ende der 80er-Jahre mit den jüngeren Geschwistern vor ihrem Vater in die USA. Bei diesem und weiteren Tweets zur Queen bezog sich Anya vor allem auf den Bürgerkrieg in Nigeria (1967–1970), dem nach ihren Angaben fast die Hälfte ihrer Familie zum Opfer gefallen sei. Damals bekam die nigerianische Regierung im Kampf gegen die Igbo (eine nach Unabhängigkeit strebende Volksgruppe im Osten des Landes, der Anyas Familie angehörte) britische Unterstützung. Anya (der in den letzten Jahren auch vorgeworfen wurde, Hass gegen die nigerianische Volksgruppe der Yoruba zu schüren) verweist aber auch auf die Vorfahren ihres von der Karibik-Insel Trinidad stammenden Vaters. Sie habe also nicht nur Ahnen, die durch die Briten kolonialisiert worden, sondern auch solche, die von ihnen versklavt worden seien.

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