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Analyse

Favoritner Nullnummer, Grazer Fußballspektakel

Österreichische Klubs treffen selten ins Tor. Austria haderte, Sturm siegte – der EC-Auftakt gefiel.

• Austria: Für Violett endete der erste Auftritt in der Conference League mit durchaus gemischten Gefühlen. Gegen Hapoel Be'er Scheva blieb beim 0:0 nur die Gewissheit, einen Punkt und willkommene Uefa-Prämien ergattert zu haben. Dass weitaus mehr möglich gewesen wäre – ohne Konjunktiv kommt der Wiener Fußball weiterhin nicht aus –, ist unbestritten. Das Parallelspiel in GruppeC zwischen Villarreal und Posen endete 4:3.

Violett spielte vor 9400 Besuchern unerwartet erfrischend, die zuletzt quälende Defensive hatte sich im Griff. In der Viererkette – Manfred Schmid sollte sie beibehalten – waren die Innenverteidiger Lukas Mühl und Lucas Galvão auffällig. Veteran James Holland markierte einen „echten“ Sechser auf dem Feld. Zwei Stangenschüsse, da wie dort, lassen auf eine gerechte Punkteteilung schließen, Violett hatte aber die besseren Spielzüge, auch überraschend sehr viel Raum – die Chancenverwertung bleibt weiterhin der Favoritner Übel.

Am Sonntag spielt Austria in Hartberg, nächsten Donnerstag ist man in Posen zu Gast. Ein Punktgewinn wird schwierig.

• Sturm Graz: Wer sein Auftaktspiel in der Europa League mit 1:0 gewinnt, könnte eigentlich zufrieden sein, doch dann hieße er nicht Christian Ilzer. Der Sturm-Trainer wusste den Sieg gegen FC Midtjylland richtig zu interpretieren. Zwei Lattentreffer, ein vergebener Elfmeter – es hätte höher ausfallen müssen und doch anders enden können, weil man nach dem Ausschluss von Stefan Hierländer zu zehnt auskommen musste. Lazio Rom gewann das zweite Spiel der Gruppe F gegen Feyenoord Rotterdam (mit Gernot Trauner) 4:2.

Nostalgiker freut der erste Heimsieg in einer Gruppenphase seit dreizehn Jahren (1:0 gegen Galatasaray, Dezember 2009). Damit ist jedoch bloß der erste Schritt gemacht, der davon träumen lässt, im Europacup zu überwintern. Aber, drei Punkte sind hilfreich, um das eigene Selbstvertrauen weiter aufzubauen, Ilzer ist in diesem Punkt ein „Freigeist“. Das 1:0 (Treffer: Emanuel Emegha) sei ein „Bilderbuchtor“ gewesen.

Nächste Woche sind die Steirer in Rotterdam zu Gast. Zuvor wartet am Sonntag ein Ausflug nach Klagenfurt. (fin)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.09.2022)