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Literatur

Die Apokalypse ist eine blühende Insel

Tanja Raich
Tanja Raich(c) Minitta Kandlbauer
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Wenn es kein Entkommen gibt: Tanja Raichs Robinsonade „Schwerer als das Licht“.

Eine exotische Insel bildet den Hintergrund für die existenzielle Furcht der Protagonistin vor Einsamkeit und Tod in Tanja Raichs Roman „Schwerer als das Licht“. Er handelt von der Entwicklung einer Frau, die in eine archaisch anmutende Dorfgemeinschaft aufgenommen wird, eine befriedigende Beziehung erlebt und beides verliert. Ihr Inselparadies geht auf grausame Weise zugrunde; von dem Mann, mit dem sie schließlich nur noch ein stummes Nebeneinander pflegt, macht sie sich in einem Gewaltakt frei.

Die wenigen Momente der Geborgenheit und die vielen Szenen der brutalen Vernichtung verleihen diesem Buch eine spärliche Handlung, seine Hauptsache sind Schilderungen der Inselnatur und der Kämpfe der Protagonistin mit und gegen diese Natur sowie ihr Leben in ihrer selbst gebauten Festung. In detailliert ausgepinselten Bildern werden das Absterben der Flora und das Verhungern der Tiere dargestellt. Blitze, das Rauschen des Meeres und Naturzeichen des Untergangs sind Leitmotive dieses bedeutungsschwangeren Romans. Das Bewohnen der Insel wird zum Bild für den Umgang der Protagonistin mit ihren Erinnerungen: „Ich ritze die vergangenen Tage und Nächte in Baumrinden, die letzten Wörter, an die ich mich erinnere, ich lege Linien und Kreise aus kleinen Skeletten, grabe ein ganzes Universum aus Schriftzeichen in den Sand.“