Politik

Was ist Faschismus?

Immer verschwommener droht die Sicht auf die Diktaturen der letzten hundert Jahre zu werden. Alles Faschisten? Anton Pelinka will Klarheit in der Begriffsverwirrung.

Wenn man will, kann man Anton Pelinkas neues Buch mit dem Titel „Faschismus?“ lesen wie eine Antwort auf die unscharfe Faschismus-Analyse, die der bekannte britische Autor Paul Mason vor kurzem vorgelegt hat. Masons Mix aus politischem Appell und historischen Exkursen, überzeugt nicht. Konservatismus, Rechtspopulismus und Faschismus werden recht unreflektiert als interagierende Strömungen der Gegenwart beleuchtet. Genau das, die intellektuelle Oberflächlichkeit im Umgang mit dem Etikett „Faschismus“, ist Pelinkas Thema. Daher das Fragezeichen im Titel und der Untertitel: „Zur Beliebigkeit eines politischen Begriffs.“

Cover der faschistischen Jugendzeitschrift „Gioventù Fascista“ aus dem Jahr 1925.
Cover der faschistischen Jugendzeitschrift „Gioventù Fascista“ aus dem Jahr 1925.[ gettyimages ]

Was Pelinka irritiert: Faschismus scheint ein Sammelbegriff für alle möglichen Repressionssysteme des 20. Jahrhunderts geworden zu sein. Ein Billigwort, das leichtfertig in den Mund genommen wird. Das gilt übrigens auch für den Begriff „Antifaschismus“, der zum Bekenntnisritual zu verkommen droht. Jeder und jede hat seinen und ihren Faschismus und nützt ihn nach Belieben als Schlagwaffe. So entstehen simplifizierende Etiketten und ein Krieg der Worte.

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