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Von Anti-Atomkraft bis Kunst-Radfahren

100 Jahre Niederösterreich: Wie das Jubiläum (weiter) gefeiert wird.

1922, vor 100 Jahren also, wurde Niederösterreich formal von Wien getrennt und damit ein eigenes Bundesland. Das Jubiläum wird in Niederösterreich schon seit Monaten mit diversen Festakten, Bezirksfesten und anderen Veranstaltungen begangen – auch im Herbst stehen dabei einige Jubiläums-Events auf dem Programm.

So findet am Donnerstag (15. September, 17 Uhr) in der niederösterreichischen Landesbibliothek in St. Pölten eine Diskussion zum Thema „Wer bestimmt unsere Erinnerungskultur?“ statt, auf dem Podium diskutieren die Historikerin Heidemarie Uhl und Ernst Bruckmüller, emeritierter Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Dabei soll die Geschichte des Bundeslandes aufbereitet und beleuchtet werden. (Anmeldung erforderlich unter: post.k2veranstaltungen@noel.gv.at.)

Auch das Fotofestival „La Gacilly-Baden Photo“ richtet anlässlich des Jubiläumsjahres (und noch bis 15. Oktober) eine fotografische Hommage an das Bundesland aus: Gezeigt wird in Baden unter anderem „Niederösterreich in alten Postkarten“, eine eigene Ausstellung ist zudem den Arbeiten von niederösterreichischen Berufsfotografen gewidmet.

Im Stift Melk wiederum diskutieren bei der zweitägigen Veranstaltung „Tage der Transformation“ (30. September bis 1. Oktober) Expertinnen und Experten darüber, wie viel Veränderung durch die Zivilgesellschaft bewirkt wurde, und welche Rolle sie dabei hat: Von der Anti-Atomkraft-Bewegung bis zu Frauenrechten. Gäste sind unter anderem der US-Ökonom Jeffrey Sachs und die Migrationsforscherin Judith Kohlenberger, die Besucherinnen und Besucher können sich im Rahmen von Workshops auch aktiv einbringen. (Programm: globart.at)

Eine Woche später (7. und 8. Oktober) widmet sich ein öffentliches Symposion an der Universität für Weiterbildung in Krems „100 Jahren Kulturerbe“ in Niederösterreich. Anhand von Fallbeispielen sollen, wie es in der Ankündigung heißt, „mit dem kulturellen Erbe verbundene Praktiken des Sammelns, Bewahrens, Dokumentierens und Erforschens ebenso wie des Präsentierens und Vermittelns bis ins postdigitale Zeitalter aufgezeigt werden“. Thematisiert wird dabei nicht nur das industriekulturelle Erbe in Niederösterreich, sondern auch das jüdische Kulturerbe sowie NS-Gedenkstätten, aber auch das Verschwinden von Kulturlandschaften. Die Teilnahme ist auch digital per Zoom möglich (Infos: www.100jahrenoe.at/highlights).

Deutlich weniger theoretisch ist eine weitere Aktion zum 100-Jahre-Jubiläum: Der „Iron Curtail Trail“, ein Radweg, der durch 20 Länder entlang der historischen Grenze des Eisernen Vorhangs verläuft, wird zwischen Hohenau an der March und Marchegg an mehreren Wochenenden zu einem Kunstparcours mit Performances und Installationen: Eröffnet wird der Kunstparcours am kommenden Samstag (17. September) – sofern das Wetter hält – mit einer gemeinsamen Radfahrt samt „Fahrradsoundperformance“, (ab Bahnhof Jedenspeigen, 13 Uhr), Details zum Programm und Anmeldung: www.koernoe.at/de/home.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.09.2022)