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Kulttasche

Ein Vierteljahrhundert „Fendi Baguette“ 

Eine Kulttasche verlangt nach kultigen Personae.
Eine Kulttasche verlangt nach kultigen Personae.Fendi/Billy Farrell/BFA.com
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Mit dem Taschenmodell „Baguette“ hat die Luxusmarke Fendi Handtaschen revolutioniert. Bis heute erfreut sich das nun 25-jährige Accessoire an großer Beliebtheit. In New York feierte man das Jubiläum mit neuen Modellen.

In der dritten Staffel der Kultserie „Sex and the City“, ausgestrahlt im Jahr 2000, griff die New Yorker Sexkolumnistin Carry, gespielt von Sarah Jessica Parker, erstmals zur „Fendi Baguette“. Carrys Sinn für Mode war nicht unwesentlich am Erfolg der Serie beteiligt. Parker zufolge war gar der Besitz einer Baguette-Tasche von Fendi ein wegweisender Moment für ihren Charakter, so auch für die Handlung (insbesondere Carrys Vorliebe für sündhaft teure Mode wurde so weiter vertieft). Es war die erste Designer-Tasche, die für den Dreh geliehen wurde, zuvor bediente man sich Berichten zufolge an Secondhand Accessoires, um der Figur gerecht zu werden. Erst als sich die „Fendi Baguette“ als fester Bestandteil der Serie manifestierte, zogen andere High-Fashion Brand nach.

Nun, 22 Jahre später, und 25 Jahre nach Kreation des Modells, ist die Handtasche immer noch das, was sie damals schon war: Ein Statussymbol, nicht aber rein den Reichtum betreffend, sondern mindestens genauso das Gespür für Mode. Schon im ersten Jahr wurden mehr als 100.000 Stücke verkauft. Als sie zwei Jahre später Eingang in die Serie „Sex and the City“ fand, vervielfachte sich die Begierde danach. Im selben Jahr wurde das Modell mit einem Preis für herausragendes Accessoire-Design ausgezeichnet. Und obwohl so bezeichnete „It Bags“ in der Regel eher kurzlebig sind, ein Trend, der maximal ein paar Saisonen anhält, hat sich die „Baguette“ als zeitlose Ikone entpuppt, der 2012 sogar ein ganzes Buch gewidmet wurde, „Fendi Baguette“. Vor allem seit dem Revival von 2000er-Trends, sichtet man die Tasche wieder vermehrt an den Schultern junger Frauen und Männer.

Immer wieder gab es neue Modelle, hier etwa in gold, aus der Holiday-Kollektion 2019.
Immer wieder gab es neue Modelle, hier etwa in gold, aus der Holiday-Kollektion 2019.beigestellt

Blaues Wunder

Seit ihrer Geburtsstunde im Jahr 1997 wurden mehr als tausend Varianten designt. Das aus der Kultserie bekannte Modell mit lilafarbenen Pailletten, sowie bestickte, gehäkelte, solche in Kroko-Optik, Mikro- und Makro-Größen. Es gab limitierte Editionen in gemeinsamer Sache mit Künstlerinnen und Prominenten, sogar eigene „Baguettes“ konnten zeitweise gestaltet werden und eine, die duftet. Auf der New Yorker Fashion Week wurde das 25-jährige Bestehen nun mit neuen Modellen gefeiert. Etwa kommt die „Baguette“ nun im Tiffany-Blau daher, im Rahmen einer ganzen Kapselkollektion, mit eingearbeiteten Emaille-Anhängern und Diamanten. Es ist die erste Zusammenarbeit für die Schmuckmarke, seit der Übernahme der LVHM-Gruppe, zu der auch Fendi gehört.

Auch Marc Jacobs, die japanische Streetwear-Brand Porter und Sarah Jessica Parker durften die Tasche neu interpretieren. Jacobs Version etwa war langgezogen und glänzte, dazu gab es Trainingsanzüge und Trucker-Jacken. (Er und Fendi-Designer Kim Jones haben vor etwa einem Jahrzehnt schon gemeinsame Sache bei Louis Vuitton gemacht.) Die überragende Funktionalität Porters, geprägt durch strapazierfähiges Nylon, verlieh der „Baguette“ eine sehr nützliche Note. Parker, die an der Seite von Fendi-Designerin Silvia Venturini interpretierte, schuf ein mit Degradé-Pailletten besticktes Stück, in verschiedenen Zuckerlfarbtönen, die ikonische Schnalle ist austauschbar.

Im Rahmen der New York Fashion Week wurde die Fendi Resort-Kollektion 2023 gezeigt.
Im Rahmen der New York Fashion Week wurde die Fendi Resort-Kollektion 2023 gezeigt.(c) APA/AFP/ANDRES KUDACKI

Im Namen des Brotes

Selbstverständlich war die Schauspielerin anwesend, mit ihr ein großes Staraufgebot. Parker teile sich die Bank mit Infleuncerin und Unternehmerin Kim Kardashian, Moderatorin La La Anthony sowie Schauspielerin Naomi Watts. Auch die Models Adwoah Aboah, Winney Harlow und Kate Moss waren anwesend - alle ausgestattet mit einer „Fendi Baguette“. Die Silhouette der Tasche geht im Übrigen tatsächlich auf das Baguette zurück, Designerin Fendi sei von der Art und Weise inspiriert gewesen, wie Französinnen das Weißbrot unter dem Arm tragen, so sagte sie zumindest einst.