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Humanitäres Engagement

Mentale Gesundheit soll kein Tabu sein

Mitinitiatorin Carina Reithmaier.(c) Schülerunion Österreich
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Mit der Initiative »Gut, und selbst?« wollen Carina Reithmaier und die Schülerunion das Thema psychische Gesundheit enttabuisieren.

Als Carina Reithmaier und die Schülerunion vor rund einem Jahr in den Schulen und Klassen landauf, landab nachgefragt haben, „wo der Schuh am meisten drückt“, zeichnete sich ein sehr eindeutiges Bild ab: „Es geht vielen Schülerinnen und Schülern einfach nicht gut“, so die Bundesobfrau. Viele haben mentale Probleme, depressive Verstimmungen, Schlafstörungen, leiden unter psychischen Belastungen.

„Das Thema ist einfach sehr groß“, sagt Reithmaier. „Es ist in allen Klassenzimmern präsent. Aber trotzdem wird viel zu selten offen darüber gesprochen.“ Mit der Kampagne „Gut, und selbst?“ wollen Reithmaier und die Schülerunion genau das ändern: Das Thema psychische Gesundheit soll enttabuisiert werden, „wir wollen Kinder und Jugendliche ermutigen, offen darüber zu reden“. Was als Kampagne von Schülern für Schüler begonnen hat – mit Infofoldern, Plakaten, aber auch Workshops in den Klassen –, ist schnell gewachsen. „Um etwas zu verändern, wollten wir mit möglichst vielen Institutionen und NGOs an einem Strang ziehen“, sagt Reithmaier. Also hat sich „ein Haufen von Schülerinnen und Schülern, Studentinnen und Studenten“ bei zahlreichen Institutionen vorgestellt und für ein gemeinsames Engagement geworben: Mittlerweile wird die Initiative nicht nur von Prominenten (wie Pizzera & Jaus) unterstützt, sondern auch von Institutionen und Vereinen wie der Med-Uni Wien, der Ärztekammer, dem Dachverband der AHS-Direktorinnen und -Direktoren, den Pfadfindern oder der Muslimischen Jugend. „Das Schönste daran war, dass man gesehen hat, wie viele Kräfte man freisetzen kann, wenn man gemeinsam an einem Strang zieht.“ Die engsten Partner der Schülerunion sind dabei die Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, der Berufsverband für Psychotherapie und die Selbsthilfeplattform „Ist okay“. Gemeinsam hat man im Frühling auch das „Mental Health“-Jugendvolksbegehren initiiert, das von mehr als 138.000 Menschen unterzeichnet wurde.

Ende September wird sich der Nationalrat erstmals damit auseinandersetzen – Reithmaier hofft, dass weitere, wichtige Schritte von politischer Seite folgen. Das Forderungspapier ist jedenfalls lang und umfasst unter anderem die Integration des Themas psychische Gesundheit in den Lehrplan sowie verpflichtende Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer. Schülerinnen und Schüler sollen, so eine weitere Forderung, einmal pro Jahr die Schulpsychologen besuchen – ganz so, wie es bei den Schulärzten üblich ist. „Wir werden jedenfalls an dem Thema dranbleiben“, sagt Reithmaier, so sollen etwa die Workshops für Schulklassen ausgebaut werden. „Wir wollen, dass wirklich etwas passiert.“

Das Voting für „Österreicher:innen des Jahres“ finden Sie unter: www.diepresse.com/austria22